Audi e-gas: Synthetisches Methan als Kraftstoff

Im Juni 2013 weihte Audi im niedersächsischen Werlte eine Pilotanlage zur Erzeugung von synthetischem Methan als Kraftstoff für eine CO2-neutrale Langstreckenmobilität ein. Seit Herbst 2013 speist die Anlage synthetisches ERDGAS ins Erdgasnetz ein. Pro Jahr produziert die Audi e-gas-Anlage etwa 1.000 Tonnen Gas und bindet dabei zirka 2.800 Tonnen CO2.

Audi startete so zusammen mit seinen Partnern – dem Stuttgarter Unternehmen SolarFuel GmbH, dem Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Stuttgart, dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel und der EWE Energie AG – ein Energieprojekt in großem Stil.

Audi e-gas Anlage in Werlte, Quelle: Audi AG

Die ganze Power-to-Gas-Wertschöpfungskette

Audi nutzt zunächst Ökostrom, um per Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Damit sollen einerseits mittelfristig Brennstoffzellenautos betrieben werden; andererseits verwendet Audi den Wasserstoff dazu, um in einem weiteren Schritt unter Zuführung von CO2 synthetisches Methan zu erzeugen, sogenanntes Audi e-gas.

Der Prozessschritt der Methanisierung nutzt CO2, das damit nicht in die Atmosphäre gelangt. So ergibt sich ein geschlossener CO2-Kreislauf, der eine klimafreundliche Langstreckenmobilität ermöglicht. Das e-gas-Projekt trägt außerdem dazu bei, das Problem der Speicherung überschüssigen Wind- oder Solarstroms zu lösen.

Audi e-gas-Anlage, Quelle: Audi AG

Audi stellt umweltfreundlichen Kraftstoff für seine eigenen Gasautos her

Mit den g-tron-Modellen Audi A3, A4 und A5 rückt der Automobilhersteller näher an sein selbst erklärtes Ziel der CO2-neutralen Mobilität, denn im reinen Gasbetrieb fahren die g-tron-Modelle nahezu CO2-neutral. Audi erfasst die Gasmengen, die der Kunde mit der Audi e-gas Tankkarte bezahlt, und stellt sicher, dass genau diese Menge an Audi e-gas in das deutsche Erdgasnetz eingespeist wird.

Eckpunkte des Projekts

  • Eingangsleistung Strom: 6.000 kWel
  • H2-Produktion: 1.300 m3/h
  • SNG-Produktion: 300 m3/h
  • CO2-Quelle: benachbarte Biogasanlage der EWE AG
  • Abwärmenutzung in der Biogasanlage zur Hygienisierung sowie in der Anlagenperipherie