Mehr Effizienz im Wärmemarkt

Im Wärmemarkt lassen sich viele Effizienzsteigerungen mit geringem Aufwand erzielen. Einige von ihnen lassen sich als low-hanging fruits bezeichnen. Sie zählen zu den am häufigsten gewählten Maßnahmen, da sie in sich wirtschaftlich sind und eine hohe CO2-Einsparung bieten.

low-hanging fruits im Wärmemarkt

1. Der Gas-Brennwertkessel
Für rund 5,4 Millionen Wohneinheiten ist der Tausch der alten Heizung gegen eine moderne Gas-Brennwertanlage, die zum Teil mit regenerativ erzeugtem ERDGAS betrieben wird, der erste Schritt, der eine CO2-Reduzierung zu besonders niedrigen Kosten bedeutet.
Durchschnittliche CO2-Einsparung: 18 Prozent.

2. Neue Fenster
Die beliebteste bauliche Maßnahme ist der Austausch der Fenster. Für die Sanierungsfahrpläne von 2,5 Millionen Wohneinheiten ist das der erste Sanierungsschritt.
Durchschnittliche CO2-Einsparung: zwölf Prozent.

3. Die Dachdämmung
Das Dach ist ein großes Bauteil des Hauses und daher wichtig für die Energieeffizienz. 1,6 Millionen Wohneinheiten nutzen diese Option in der Simulation zuerst.
Durchschnittliche CO2-Einsparung: acht Prozent.

4. Nahwärme mit ERDGAS
Statt der eigenen Wärmeerzeugung ein gemeinschaftliches Nahwärmeangebot nutzen – das spart im Zusammenspiel mit regenerativ erzeugtem ERDGAS sehr viel CO2. 1,3 Millionen Wohneinheiten nutzen zuerst diese Option.
Durchschnittliche CO2-Einsparung: 44 Prozent.

5. Einbindung von Solarthermie
Eine wichtige Ergänzung und ein von der Politik gewünschter direkter Einsatz erneuerbarer Energien: In rund 850.000 Wohneinheiten steht der Einbau einer solarthermischen Anlage an erster Stelle.
Durchschnittliche CO2-Einsparung: 14 Prozent.

Vermieter setzen zuerst auf bauliche Maßnahmen bei der energetischen Sanierung

Im vermieteten Gebäudebestand haben bauliche Maßnahmen Vorrang. Viele gewerbliche Vermieter haben bereits erhebliche Investitionen in die energetische Sanierung geleistet. An erster Stelle der bevorstehenden Maßnahmen steht bei 2,2 Millionen Wohneinheiten der Einbau neuer  Fenster. Damit lassen sich durchschnittlich zwölf Prozent CO2 einsparen. Für 1,35 Millionen vermietete Wohneinheiten ist die Dämmung des Dachs der erste Schritt, wodurch sich ca. acht Prozent CO2 einsparen lassen.

Selbstnutzer sind offen für Innovationen

Im selbstgenutzten Gebäudebestand steht wie in der Gesamtbetrachtung der Heizungstausch gegen  eine Erdgas-Brennwerttherme bei den ersten Sanierungsschritten ganz oben. Es folgt die Brennstoffzelle als eine hoch innovative Heizoption: In fast 700.000 Sanierungsfahrplänen ist die Installation dieser hochmodernen Technologie, die zu einer durchschnittlichen CO2-Einsparung von 71 Prozent führt, Schritt Nummer eins. Die extrem effiziente Brennstoffzelle nutzt zum Teil regenerativ erzeugtes ERDGAS als Brennstoff.

Mit den richtigen Maßnahmen zu mehr Klimaeffizienz

Die Studie Wärmemarkt 2050 zeigt: Der Wärmemarkt braucht keine grundlegenden Kurswechsel in Richtung Elektrifizierung, sondern eine Stärkung der Wahlfreiheit der Eigentümer und einen Rahmen, der sie in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt. Die Anreize müssen so angepasst werden, dass – mit vorhandenen Technologien und unter Berücksichtigung der finanziellen Spielräume der Eigentümer – noch mehr im Sinne des Klimaschutzes erreicht wird. ERDGAS kann dabei eine bedeutende Rolle spielen, um das Klimaziel sozialverträglich zu realisieren.

CO2-Einsparung muss Leitgröße werden

CO2-Einsparung muss Leitgröße werden

  • Aufklärung: CO2 sparen zahlt sich aus
  • Elektrifizierung gibt es nicht zum Nulltarif
  • Technologieoffenheit führt zum Durchbruch von hocheffizienten, wirtschaftlich sinnvollen Heizsystemen
Bestehende Infrastruktur nutzen

Bestehende Infrastruktur nutzen

  • Ein gut ausgebautes Gas-Leitungsnetz macht teuren Stromnetzausbau überflüssig
  • Power-to-Gas dient als Speicher für Ökostrom
  • Hocheffizienztechnologien wie die Brennstoffzelle können nur mit ERDGAS betrieben werden
Förderung muss zielgerichtet sein

Förderung muss zielgerichtet sein

  • Nur mit zielgerichteter Fördeurng gelangt man zu moderner Heiztechnik
  • Förderung muss mindestens im gleichen Umfang beibehalten werden
  • Steuerliche Abschreibungen für Maßnahmen der Modernisierung sollten geprüft werden