LNG – Mit Vollgas aus der CO2-Falle

Ein Meilenstein, der die Zukunftsfähigkeit von LNG unter Beweis stellt, wurde im Sommer 2016 erbracht: Im Juni eröffneten der Nutzfahrzeughersteller Iveco und das Energieunternehmen Uniper Deutschlands erste LNG-Tankstelle für Lkw in Ulm. Zukunft ERDGAS hat den Bau- sowie Erlaubnisantrag für die Anlage gestellt und anschließend die Errichtung der Anlage geleitet.

Seitdem hat der Ausbau eines öffentlichem LNG-Tankstellennetz Fahrt aufgenommen. Denn nur mit einer gut ausgebauten LNG-Infrastruktur kann ein emissionsarmer und effizienter Schwerlasttransport gelingen. Aktuell kann deutschlandweit an über 20 Tankstellen LNG getankt werden. Bis 2025 sollen 200 LNG-Tankstellen in Deutschland aufgebaut werden.

LNG – Grünes Potential: THG-Emissionenim Vergleich

LNG und Bio-LNG mit vielen Vorteilen

Erdgas und erneuerbares Methan sind Kraftstoffe mit geringen THG-Vermeidungskosten und tragen zudem zu einer Diversifizierung der Energieträgerbasis im Verkehr bei, der derzeit zu 95 Prozent auf Erdöl als Energieträger basiert. Fahrzeuge, die mit CNG oder LNG betrieben werden, emittieren deutlich weniger Lärm, Feinstaub- und Stickoxide.

LNG im Schwerlastverkehr

LNG emittiert bis zu 20 Prozent weniger CO2 und 85 Prozent weniger Stickoxide als in der Euro-VI-Abgasnorm vorgeschrieben sowie nahezu keinen Feinstaub. Und auch die Lärmbelastung durch Lkw wird um die Hälfte gesenkt.

Großer Hebel für CO2-Einsparungen

Der Straßengüterverkehr verursacht ca. 24 Prozent der gesamten Emissionen des Verkehrssektors. Dabei haben Lastkraftwagen, Sattelzugmaschinen und landwirtschaftliche Zugmaschinen lediglich einen Anteil von neun Prozent am gesamten Straßenfahrzeugbestand. Diese Relation verdeutlicht, dass der Schwerlastverkehr das wohl größte Potenzial besitzt, CO2-Emissionen effizient zu senken.

Die Güterverkehrsleistungen werden in den kommenden Jahren steigen.

Der Handlungsdruck ist groß. Die Shell-Nutzfahrzeug-Studie 2016 prognostiziert, dass der Güterverkehr in Deutschland weiter stark zunehmen wird: Das heutige Güterverkehrsaufkommen von 4,1 Milliarden Tonnen wird bis 2040 auf 4,8 Milliarden Tonnen ansteigen. Die Güterverkehrsleistungen insgesamt werden um 50 Prozent zunehmen und wachsen von 641 auf 962 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2040 an. Der Bestand an Nutzfahrzeugen könnte demnach um ein Fünftel auf 3,5 Millionen Fahrzeuge steigen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geht in seiner Prognose vom März 2016 davon aus, dass die Transportleistung in Deutschland bis 2030 um 38 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 anwachsen wird.
 

Infrastruktur für Tankstellen schaffen

Bei entsprechender staatlicher Förderung kann LNG im Jahr 2040 einen Anteil von 65 Prozent bei Neuzulassungen schwerer LKW ausmachen, so die Shell-Studie. Dafür muss LNG allerdings steuerlich vergünstigt und zudem eine Tankstelleninfrastruktur an Autobahnen errichtet werden. Das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt geht davon aus, dass zehn bis 15 Tankstellen an entsprechenden Autobahnnetzen als erste Grundversorgung in Deutschland ausreichen. Ein Abstand von 400 Kilometern zwischen den LNG-Stationen ist für die Reichweiten von über 1.000 Kilometer der LNG-Lkw kein Problem.

In seinem "Nationalen Strategierahmen" (NSR) stellte das BMVI neben der Förderung von CO2-armen Lkw ab 7,5 Tonnen auch die Errichtung eines Basisnetzes von LNG-Tankstellen bis 2025 entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes in Aussicht in Aussicht. Rund zwei Jahre nach der Einführung ist das Fördervolumen für "Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge" beinahe ausgeschöpft. Der Großteil der gestellten Förderanträge entfiel auf Lkw mit Erdgasantrieb. Auch die Beliebtheit von LNG als alternativer Kraftstoff speigels sich in den Förderanträgen wider.