Stromerzeugung mit Gas

Etwa 38 Prozent unseres Stroms kommen heute aus regenerativen Quellen (Brutto-Stromerzeugung, AG Energiebilanzen). Der Rest der Stromerzeugung läuft noch immer mehrheitlich über emissionsstarke Energieträger. Dabei müsste das nicht so sein. Gas-Kraftwerke arbeiten mit hohen Wirkungsgraden und stehen bereit. Noch effizienter arbeiten nur kleine, dezentrale Systeme wie die gasbetriebene Brennstoffzelle, die im Heizungskeller Strom und Wärme nach dem Prinzip der kalten Verbrennung erzeugt.

Moderne Gas-Kraftwerke in der Stromerzeugung

Der Anteil der Erneuerbaren soll weiter ansteigen, bis zum Jahr 2025 sind 40 bis 45 Prozent geplant und bis 2050 sind 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien vorgesehen. Dabei müssen drei Dinge sichergestellt sein: Versorgungssicherheit, Effizienz und Preisstabilität. Konventionelle Energieträger wie Erdgas sind hierfür in den kommenden Jahrzehnten unumgänglich – als Ergänzung zu Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft, zur Kompensation des Atomausstieg bis 2022 und zur Sicherstellung der Energieversorgung. Besonders geeignet ist Erdgas, weil es klimaschonend, flexibel und dezentral einsetzbar ist.

Moderne Gas-Kraftwerke zur Stromerzeugung

Gas-Kraftwerke sind hochflexibel

Gas-Kraftwerke zählen zu den effizientesten Kraftwerken und weisen beispielsweise gegenüber Kohle eine bessere CO2-Bilanz sowie einen höheren Wirkungsgrad auf. So können beispielsweise Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) innerhalb kürzester Zeit hoch- und runter geregelt werden und sind im Gegensatz zu Kohlekraftwerken eine optimale Ergänzung, um bei Bedarf Laständerungen bzw. Engpässe kurzfristig auszugleichen. Durch den Einsatz hochflexibler Gas-Kraftwerke kann die volatile Einspeisung von Erneuerbaren Energien ins Stromnetz ausgeglichen und Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Kombinierte Wärme- und Stromerzeugung

Gas-Kraftwerke sind hochflexibel

An Bedeutung gewinnen effiziente Gas-Kraftwerke – BHKW, Gas-Turbinen oder GuD-Kraftwerke – durch die Möglichkeit der kombinierten Wärme- und Stromerzeugung. Möglich macht das die bewährte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die erzeugte Wärme wird zur Nah- und Fernwärmeversorgung eingesetzt, der produzierte Strom ins Stromnetz eingespeist. Gas-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung können durch die gekoppelte Strom- und Wärmeproduktion je nach Leistungsklasse Gesamtwirkungsgrade von bis zu 90 Prozent erzielen.

Da der Strom dezentral erzeugt und gleichzeitig dabei effizient Wärme bereitgestellt wird, lassen sich Ressourcen einsparen und CO2-Emissionen reduzieren Ein weiterer Effekt: Die dezentrale Erzeugung mindert den Ausbaubedarf der Übertragungsnetze. KWK ist als Effizienztechnologie anerkannt und daher soll im Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen auf 110 Terawattstunden bis zum Jahr 2020 sowie auf 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 erhöht werden (siehe § 1 KWKG 2016).

Gas-Kraftwerke ermöglichen den Kohleausstieg

Die Stilllegung von 5 bis 9 Gigawatt Braunkohleleistung bis 2023 würde die Energiewirtschaft auf einen CO2-Minderungspfad bringen, der ein Erreichen des nächsten Klimaziels ermöglicht. Mehr erfahren Sie dazu in der Zusammenfassung der Kurzstudie von Aurora Energy Search.

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Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairs
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