Modernisierungs-Monitor: Wie steht es um die Wärmewende?

Zum 1. Januar 2020 hat das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein neues Förderprogramm für den Heizungstausch aufgelegt, das sich an den Zielen des Klimaschutzprogramms orientiert. Das überarbeitete Marktanreizprogramm sieht eine prozentuale Förderung vor, deren Höhe sich nach den tatsächlichen förderfähigen Kosten sowie nach dem Gebäudetyp (Bestandsgebäude/Neubau) richtet. Zudem sind seit Anfang 2020 nicht mehr nur rein erneuerbare Heiztechnologien förderfähig, sondern auch Gasheizungslösungen. Modernisierer, die sich nun zum Beispiel für umweltschonende Gas-Heiztechnik entscheiden, erhalten mit dem aktuellen Förderprogramm einen staatlichen Zuschuss in Höhe von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten.

Staatliche Förderprogramme beim Heizungstausch

Konkrete Beispielrechnungen zu Investitionskosten sowie Informationen zur staatlichen Förderung und den Energiekosten- und CO2-Einsparungen haben wir separat in unserem Modernisierungskompass für Sie zusammengefasst.

Klar ist: Durch den Einsatz moderner und effizienter Gas-Heiztechnik entlasten Modernisierer nicht nur das Klima. Sie sparen auch bares Geld. Doch wissen Hauseigentümer überhaupt, dass sie von umfassenden staatlichen Zuschüssen profitieren können?

Förderprogramme wenig bekannt

Auf die von Zukunft ERDGAS in einer Online-Umfrage am Ende des ersten Quartals gestellte Frage, ob die seit 1. Januar 2020 eingeführten neuen staatlichen Förderungen für den Heizungstausch dem jeweiligen Befragten bekannt seien, gaben fast zwei Drittel der 2.500 befragten Hauseigentümer an, bisher mit keinen Informationen zu der staatlichen Förderung in Berührung gekommen zu sein. Eine Befragung im Juli bestätigte diese Befunde: 7 von 10 Hauseigentümer kennen die BAFA-Förderung nach eigenen Angaben auch ein halbes Jahr nach ihrer Einführung nicht.

Zwar investiert die Bundesregierung in großem Umfang, um den Wechsel zu CO2-armen Heiztechnologien anzureizen. Doch ein Fördertopf, den kaum einer kennt, kann auch keine Wirkung entfalten:

Geringe Bekanntheit des BAFA-Förderprogramms

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es für Heizungsmodernisierungen neue staatliche Förderungen. Kennen Sie diese?

Quelle: Modernisierungs-Monitor

Verhaltene Bereitschaft zur Modernisierung

Entsprechend ist auch die Bereitschaft zur Modernisierung eher verhalten: Von den im März 2020 befragten Hauseigentümern gaben über zwei Drittel (67,7 Prozent) an, innerhalb der nächsten sechs Monate auf keinen Fall eine Heizungserneuerung durchführen zu wollen. Knapp jeder fünfte Befragte (22,2 Prozent) beantwortete die Frage mit „eher nein“. Lediglich für 2,2 Prozent der Hauseigentümer ist eine Heizungsmodernisierung bis zum Beginn der kommenden Heizperiode fest eingeplant.

Nach dem ersten Halbjahr 2020 stieg die Modernisierungsbereitschaft nur geringfügig: So gaben nun 4 Prozent der befragten Hauseigentümer an, bis zum Jahresende auf jeden Fall die Heizung modernisieren zu wollen. Der Beschluss derjenigen, die einer Sanierungsmaßnahme des Wärmeerzeugers tendenziell ablehnend gegenüberstanden, verfestigte sich im zweiten Quartal. 72,7 Prozent der Umfrageteilnehmer schlossen eine Heizungsmodernisierung zum Befragungszeitpunkt aus. 

Kaum Interesse an einer Heizungsmodernisierung

Planen Sie, in den kommenden sechs Monaten Ihre Heizung zu modernisieren?

Quelle: Modernisierungs-Monitor

Bei Hauseigentümern ist Erdgas Nummer 1

Unabhängig davon, ob ein Heizungstausch in naher Zukunft geplant ist, zeigt sich bei deutschen Hauseigentümern aber eine deutliche Vorliebe: Als sicherer, zuverlässiger sowie kostengünstiger Energieträger ist Erdgas im Wärmemarkt bei Modernisierern erste Wahl. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, sich im Falle einer Modernisierung für eine Heizung auf Basis von Gas entscheiden zu wollen. Unter diesen gaben bei der ersten Befragung etwa 38 Prozent an, die Kombination aus Gas-Brennwertheizung und Solarthermie zu bevorzugen. Die zweite Befragungswelle, die Anfang bis Mitte Juli stattfand, bestätigte diese Ergebnisse: Erneut sprachen sich fast 50 Prozent der Modernisierer für Erdgas-Heiztechnologien aus, mehr als 39 Prozent von ihnen setzt bevorzugt auf die Kombination aus Gasheizung und Solarthermie. Als selbst immer grüner werdender Energieträger ist Gas im Wärmemarkt somit starker Partner der Erneuerbaren.

Erdgas: Beliebt bei Modernisierern

Welche Heizungstechnologie würden Sie bei einem neuen Modell am ehesten bevorzugen?

Quelle: Modernisierungs-Monitor

Das zeigt sich auch in aktuellen Zahlen des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie (BDH), nach denen 80 Prozent der im Jahr 2019 neuinstallierten Wärmerzeuger Gastechnologien sind. Doch aufgrund der niedrigen Modernisierungsquote altert der deutsche Heizungsbestand weiter. Dabei ließen sich jährlich mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn man alle veralteten Kessel durch moderne Gas-Heiztechnik austauschen würde – somit wäre Deutschland wieder auf Kurs in Richtung Klimaziel 2030. Dafür müssten jedoch jährlich rund eine Million veraltete Anlagen ausgetauscht werden. Umso wichtiger ist es deshalb, jetzt umfassend über das BAFA-Förderprogramm für den Heizungstausch zu informieren und weiterhin regelmäßig zu erfassen, wie bekannt die Förderung unter Hauseigentümern ist.

Aktuelles Stimmungsbild: Zukunft ERDGAS befragt 4 Mal im Jahr Hauseigentümer

Um einen Überblick über die Bekanntheit der genannten Fördermöglichkeiten sowie über die von Modernisierern bevorzugten Heiztechnologien zu erhalten, führt das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von Zukunft ERDGAS seit 2020 quartalsweise eine repräsentative Befragung unter deutschen Hauseigentümern durch. Die erste Umfrage unter 2.500 Hauseigentümern in Deutschland fand zwischen dem 11. und 14. März 2020 statt, die zweite Befragung zwischen dem 6. und 16. Juli 2020.