CO2-Tag 2018: Das Limit ist erreicht

Am 28. März ist Deutschlands CO2-Tag. An dem Tag hat Deutschland sein CO2-Budget für das gesamte Jahr 2018 erschöpft. Die CO2-Menge, die wir bis zum 31. Dezember ausstoßen dürften, ist dann verbraucht – neun Monate vor Ablauf des Jahres und eine Woche früher als im Jahr zuvor. Deutschland gibt damit etwa viermal mehr CO2 in die Atmosphäre ab als im langfristigen Mittel vorgesehen. Keine gute Leistung für den Klimaschutz-Musterschüler Deutschland. Und was jetzt?

Stillstand beim Klimaschutz: Eine Hypothek auf die Zukunft

Die Kohlekraftwerke herunterfahren, das Auto stehen lassen und bis Neujahr nur noch zu Fuß gehen? Das wird sich schwerlich umsetzen lassen. Sinnvoller ist es, heute verfügbare Maßnahmen zu ergreifen, die die CO2-Emissionen schnell und effektiv senken können. Denn die notwendigen Technologien stehen bereit. Um die Klimaschutzziele zu erreichen ohne die Kosten der Energiewende unnötig in die Höhe zu treiben, sind verbesserte Rahmenbedingungen erforderlich. Diese müssen einen fairen und freien Wettbewerb um den höchsten Klimaschutz zu den niedrigsten Kosten ermöglichen. Denn wenn alle Technologien im Markt gegeneinander antreten, werden sich Lösungen durchsetzen, die den höchsten Klimaschutzbeitrag pro eingesetztem Euro erbringen.

CO2-Tag am 28. März: Deutsches CO2-Budget für 2018 aufgebraucht

CO2-Emissionen senken – Welche Lösungen bieten sich an?

Erneuerbare Energien sind für ein klimafreundliches Energiesystem der Zukunft von zentraler Bedeutung. Doch ihr Ausbau erfordert Zeit und hohe Investitionen in neue Anlagen und Infrastrukturen. Erdgas bietet auf bestehender Infrastruktur emissionsarme Lösungen für den Verkehr-, den Gebäude- und den Stromsektor – und das bereits heute.

Durch den verstärkten Einsatz von Erdgastechnologien können sofort große Klimaerfolge erzielt werden. Mit Erdgas im Tank sinkt der CO2-Ausstoß um bis zu 25 Prozent gegenüber Benzin, mit reinem Bio-Erdgas fährt man sogar nahezu CO2-frei. Auch im Gebäudebereich kann jeder seinen Teil zur CO2-Einsparung beitragen. Insgesamt würde ein Austausch aller veralteten Heizsysteme in deutschen Wohnhäusern mit effizienten Gas-Heizungen mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Und in der Stromerzeugung könnte ein Umstieg von Kohle auf Erdgas den CO2-Ausstoß sogar um bis zu 70 Prozent CO2 senken.

Gas eignet sich aber nicht nur für eine schnelle Reduzierung der CO2-Emissionen. Auch langfristig bietet es Lösungen für eine klimafreundliche Energiezukunft. So können Biomethan und synthetisch erzeugtes Gas, das mit Hilfe des Power-to-Gas Verfahrens aus erneuerbarem Strom gewonnen wird, das fossile Erdgas sukzessive ersetzen. Damit wird Gas langfristig immer grüner.

Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern. Extreme Wettereignisse, schmelzende Polkappen und ein steigender Meeresspiegel – das alles sind mögliche Folgen der globalen Erderwärmung, die große ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich bringen können. Grund für die Erderwärmung ist vor allem die erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Auch der Mensch trägt zum CO2-Ausstoß bei, zum Beispiel in der Industrie, in der Energieerzeugung und im Verkehr.

Um den Risiken und Folgen des Klimawandels effizient zu begegnen, hat die internationale Staatengemeinschaft am 12. Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen verabschiedet. Darin hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch Deutschland zählt zu den 197 Unterzeichnern und hat damit seinen Willen zu nachhaltigem Klimaschutz bekräftigt. Deutschland versteht sich als Vorreiter beim Klimaschutz. Doch zwischen Worten und Taten klafft eine Lücke, denn der deutsche CO2-Ausstoß ist in den letzten Jahren kaum gesunken.

Klimaziele sind wichtig, um Orientierung auf dem Weg in Richtung einer klimafreundlichen Zukunft zu geben. Gleichzeitig dürfen Entscheidungen für eine schnelle und effiziente Reduzierung der Emissionen nicht vertagt werden. Denn die Maxime sollte lauten: Je früher wir CO2 einsparen, desto besser. Für die Umwelt von morgen. Für die Generationen von morgen. Und für die Wirtschaft von morgen. Jede Tonne CO2, die wir heute zusätzlich in die Luft blasen, bedeutet eine Hypothek auf die Zukunft. So sollte die schwäbische Hausfrau nicht nur in der Haushaltspolitik zum Ideal erhoben werden, sondern auch in der Klimapolitik. Denn über die eigenen Verhältnisse zu leben, kann bekanntlich teuer werden.

Wie berechnet sich das CO2-Budget?

Das Pariser Klimaabkommen gibt das Klimaziel vor: Die Erderwärmung soll auf unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Aber wie viel CO2 darf in die Atmosphäre gelangen, damit die Erderwärmung diese Marke nicht übersteigt?

Diese Zahl wurde vom Öko-Institut und der Prognos AG im Auftrag des WWF berechnet. Demnach dürfen bis 2050 weltweit rund 890 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden. Dieses globale CO2-Budget lässt sich durch einen Pro-Kopf-Schlüssel auf nationale CO2-Budgets aufteilen. Für Deutschland bedeutet das: Von 2015 bis 2050 dürfen 9,9 Mrd. Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Daraus ergibt sich ein jährliches nationales CO2-Budget. Unter Berücksichtigung der bereits emittierten Mengen CO2 in den Jahren 2015 bis 2017 beträgt dieses für das Jahr 2018 etwa 217 Millionen Tonnen CO2.

Faktenblatt downloaden

Mit dieser Menge CO2 müssten wir also ein Jahr lang auskommen. Tatsächlich lagen die CO2-Emissionen in den letzten drei Jahren aber jeweils über 900 Millionen Tonnen – und damit viermal so hoch wie festgesetzt. Mit einer ähnlichen Entwicklung muss auch für das Jahr 2018 gerechnet werden. Liegen die Emissionen also auch in diesem Jahr in etwa auf dem Niveau der Vorjahre, so ist der Tag, an dem Deutschland sein CO2-Budget aufgebraucht hat am 28. März erreicht. Um den Klimawandel einzudämmen, muss es uns gelingen, diesen Tag nach hinten rücken zu lassen. Die Zielmarke: der 31. Dezember.


CO2-Tag 2017

Am 03. April war der deutsche CO2-Tag in 2017.

CO2-Budget 2017

Sie möchten regelmäßig über die aktuellen Pressemitteilungen des Zukunft ERDGAS e.V. informiert werden? Lassen Sie sich in unseren Presseverteiler eintragen und bleiben Sie so immer auf dem Laufenden.

Christina Heß
Pressesprecherin
Tel.: 030 4606015-63

E-Mail senden