Vermittlung von Treibhausgasminderungsquoten

Unternehmen die flüssige Otto- und Dieselkraftstoffe vermarkten, sind zur Erfüllung einer Treibhausgasvermeidung verpflichtet. Diese Verpflichtung wird primär durch die Beimischung flüssiger Biokraftstoffe, wie Biodiesel oder Bioethanol erfüllt. Alternativ kann diese Verpflichtung auch an Dritte, bspw. an Betreiber von Erdgastankstellen übertragen werden. Hierdurch können attraktive Zusatzerlöse erzielt werden. Bisher bestand diese Möglichkeit nur für Anlagenbetreiber, die Biomethan als Kraftstoff vermarkten. Mit der 38. BImSchV erweitert der Gesetzgeber ab 2018 die Erfüllungsoptionen, sodass neben Biomethan nun auch u. a. ERDGAS und Strom auf die gesetzliche Verpflichtung zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen angerechnet werden können und hierdurch Zusatzerlöse ermöglicht werden. 

Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchV)

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz sah bisher vor, dass der erneuerbare Anteil an der Gesamtmenge des Kraftstoffes, den ein quotenverpflichtetes Unternehmen in Verkehr bringt, mindestens 6,25 Prozent betragen muss. Mit der Umstellung auf eine Treibhausgasminderungsquote im Jahr 2015 fokussiert die Bundesregierung auf das Treibhausgasvermeidungspotenzial nachhaltiger Biokraftstoffe. Von nun an galt, je höher die Treibhausgaseinsparung eines (Bio)Kraftstoffes ist, umso höher ist dessen Marktwert. Dementsprechend ist nicht mehr nur die Menge des Biokraftstoffes maßgebend, sondern auch die spezifische Treibhausgaseinsparung gegenüber des fossilen Referenzwertes. Biomethan profitiert von dieser Umstellung in besonderem Maß, da dieses mit etwa 85 Prozent die höchste spezifische Treibhausgaseinsparung mit sich bringt. In den Jahren 2017 bis 2019 müssen die Treibhausgasemissionen der gesamten abgesetzten Kraftstoffmenge (Otto-, Diesel- und Biokraftstoff), die von einem Unternehmen in den Verkehr gebracht werden, um vier Prozent gesenkt werden. Ab dem Jahr 2020 erhöht sich die Verpflichtung zur Treibhausgaseinsparung auf sechs Prozent.

Mit Blick auf die zukünftig erforderliche Treibhausgasvermeidung, wird es für Mineralölunternehmen immer interessanter, ihre Verpflichtungen an Dritte (u. a. Betreiber von Erdgastankstellen) zu übertragen. 

Mit der 38. BImSchV setzt die Bundesregierung im Dezember 2017 die europäische Kraftstoffqualitätsrichtlinie (FQD) und die Erneuerbare-Energien Richtlinie (RED) in nationales Recht um ( FQD (98/70/EG i. d. F. der RL 2015/1513 und RL 2015/652); RED (2009/28/EG i. d. F. der RL 2015/1513)). Neben der o. g. Treibhausgasvermeidung muss zudem ab 2020 ein energetischer Anteil erneuerbarer Energien i. H. v. 10 Prozent sichergestellt werden, wobei die Verwendung von konventionellen Biokraftstoffen, hergestellt aus Nahrungsmittelpflanzen zukünftig auf maximal 6,5 Prozent begrenzt wird. 

Kurzfristig haben folgende Neuerungen eine hohe Relevanz für die Betreiber von Erdgastankstellen

Einerseits erhöht sich für Mineralölunternehmen der spezifische Emissionsbasiswert für alle in Verkehr gebrachten Kraftstoffe und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Dadurch erhöht sich wiederum der Treibhausgasminderungsbedarf zur Erreichung der genannten Zielvorgabe von derzeit vier bzw. sechs Prozent ab 2020. Andererseits berücksichtigt die 38. BImSchV neue Optionen zur Erfüllung der Treibhausgasminderungsquote. Hierzu zählen auch emissionsarme fossile Energieträger, u. a. CNG und LNG, aber auch LPG. Die spezifischen Treibhausgasemissionen dieser Kraftstoffe sind geringer als der fossile Emissionsbasiswert, sodass durch deren Vermarktung nun ebenfalls eine Anrechnung auf die geforderten Treibhausgasminderungsziele möglich wird. Betreiber von Erdgastankstellen können ab 2018 Zusatzerlöse erzielen, indem die gesetzliche Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Mineralölunternehmen ganz oder teilweise übernommen wird. Weiter verpflichtet die 38. BImSchV zu einem energetischen Mindestanteil besonders fortschrittlicher Kraftstoffe. Dieser beträgt ab 2020 zunächst 0,05 Prozent und wird schrittweise auf 0,5 Prozent ab 2025 erhöht. Zu dieser Zielerreichung kann nachhaltig erzeugtes Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen einen bedeutenden Beitrag leisten. 

Wir unterstützen Sie bei der Vermittlung ihrer freien Biomethan-Quoten

Seit der Novellierung des Biokraftstoffquotengesetzes im Jahr 2009, unterstützt Zukunft ERDGAS als erstes Unternehmen die Betreiber von Erdgastankstellen bei der Vermittlung ihrer freien Biomethan-Quoten an potentielle Mineralölunternehmen. Während der letzten 8 Jahre wurde ein umfassendes Netzwerk zu quotenverpflichteten Unternehmen aus der Mineralölwirtschaft aufgebaut. Durch die neue Verordnung können nun auch fossiles ERDGAS sowie Elektrizität für batteriebetriebene Fahrzeuge auf die Treibhausgasminderungsverpflichtung der Mineralölunternehmen angerechnet werden. Betreiber von Erdgastankstellen und interessierte Mineralölunternehmen können ihre Angebote und Bedarfe bei Zukunft ERDGAS jederzeit melden.

Nutzen Sie die Erfahrung von Zukunft ERDGAS für die Vermittlung Ihrer freien Treibhausgasminderungsquoten und profitieren Sie von attraktiven Zusatzerlösen. Unser Vermittlungsservice beinhaltet auch die administrative Abwicklung der Quotenübertragung zwischen den Marktpartnern und dem zuständigen Hauptzollamt. 

Nachweisführung für Biomethan als Kraftstoff

Einhaltung der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung als Voraussetzung für die Quotenübertragung von Biomethan.

Biokraftstoff ist nicht gleich Biokraftstoff. Damit Biomethan in die Anrechnung der Quote einfließen darf, muss es nachhaltig erzeugt und zertifiziert sein. Die Anforderungen für die Nutzung von Biomasse sind durch die europäische Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien festgelegt. In Deutschland wurde dazu die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) entwickelt, die im Jahr 2011 in Kraft getreten ist. Sie legt für alle Stufen der Wertschöpfungskette bestimmte Anforderungen an die Biomasse fest. Zudem enthält sie Vorgaben für die Dokumentation und Nachweisführung. Für die Anerkennung als Biokraftstoff muss ein bestimmtes THG-Minderungspotenzial gegenüber dem fossilen Kraftstoff dokumentiert werden. Das heißt, der regenerative Treibstoff muss mit mindestens 50 bzw. 60 Prozent eine deutlich niedrigere CO2-Bilanz aufweisen. Die Nachweisführung muss dabei vom Betreiber der Biogasanlage ausgestellt werden. Entsprechende Biomethan-Mengen und Nachweise müssen zwingend im Nachhaltige-Biomasse-System (Nabisy) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eingestellt werden. Der Betreiber der Erdgastankstelle ist anschließend verpflichtet, den Nachweis gegenüber der Biokraftstoffquotenstelle bzw. dem Hauptzollamt zu erbringen.


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Michael Schaarschmidt
Leiter Produktmanagement
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