Erdgaseinsatz in der Industrie

ERDGAS ist der wichtigste Energieträger für die deutsche Industrie. Seit den 60er Jahren hat seine Bedeutung stetig zugenommen. Die Industrie ist gleichzeitig der größte Absatzmarkt für ERDGAS in Deutschland. Etwa 37 Prozent des in Deutschland eingesetzten ERDGAS geht an Industriekunden.

Die Unternehmen müssen immer strengere Auflagen bei ihren Emissionen erfüllen, die mit klimaschonendem und feinstaubarmen ERDGAS leichter zu erreichen sind als mit anderen Energieträgern – etwa Kohle oder Öl. Im Industriekraftwerksbereich wird ERDGAS häufig in effizienten KWK-Anlagen eingesetzt.

ERDGAS bietet für industrielle Wärme-, Kühl- und Trocknungsprozesse und energieeffiziente Produktionsanlagen gute technische und physikalische Voraussetzungen. Darüber hinaus dient ERDGAS auch als Produktionsgas, also etwa als Ausgangsstoff bei der Weiterverarbeitung in vielen chemischen Prozessen.   

ERDGAS in der Industrie

  • Chemische Industrie
  • Glasindustrie
  • Stahlindustrie
  • Porzellanherstellung

Die Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin stellt ihr Porzellan in Erdgas-Öfen her

Porzellan ohne Risse

Aufwändige Herstellungsprozesse, die auf eine exakte Wärmezufuhr angewiesen sind, sind ohne ERDGAS kaum realisierbar. So ist für die Porzellanproduktion bei der Firma Kahla in Thüringen, die seit 1844 hochwertiges Geschirr aus besonders stabilem und langlebigem Hartporzellan herstellt, nicht nur viel Know-how vonnöten sondern auch jede Menge ERDGAS. Zwei Mal gehen Teller, Tassen und Kannen während des Fertigungsprozesses durch die gasbefeuerten Brennöfen. Im Ofen entstehen so verschiedene Brennzonen, in denen unterschiedliche, exakt definierte Temperaturen herrschen. Diese punktgenaue Wärmebereitstellung ist der große Vorteil von ERDGAS. Schon kleine Temperaturschwankungen können Porzellanteile, die gerade im Ofen sind, zerstören.

Wärmelieferant für die Glasproduktion

Sand, Pottasche, Kalk, Soda und enorme Hitze: Diese Zutaten für die Herstellung von Glas kannten schon die alten Römer. Und auch bei Saint-Gobain in Aachen wird aus diesen Zutaten hochwertiges Bau- und Industrieglas hergestellt vom Autofenster über spezielles Glas für die Solarindustrie bis hin zur Duschwand. Beim Beheizen der Schmelzöfen kommt dabei Erdgas als Energieträger zum Einsatz. Der Grund: ERDGAS ist ein besonders punktgenauer Wärmelieferant, die Temperaturen lassen sich exakt einstellen. Bei Temperaturen um 1.500 Grad Celsius werden die Rohstoffe miteinander vermengt. Das Ergebnis ist eine flüssige Glasmasse, die dann weiterverarbeitet werden kann. 

Doppelte Stahlhärte, schlankeres Auto

Bei der Fahrzeugproduktion übernimmt ERDGAS eine wichtige Rolle. Volkswagen etwa nutzt den Energieträger in seinem Kasseler Werk zur Warmumformung von Stahlblechen, die später die Fahrgastzelle des Wagens bilden. Erdgasbetriebene Öfen erhitzen dabei die Bleche, bevor sie in der Presse geformt und gekühlt werden. Roboter greifen die Rohlinge aus einem Gestell und legen sie auf Transportrollen, die in die Ofenkammer hineinführen. Wenn das Material wieder erkaltet ist, ist es doppelt so hart wie vor der Erhitzung. Vor allem durch die hohe Steifigkeit dieses Stahls können bei der Karosserie eines VW Golf rund 23 Kilogramm eingespart werden. Das Ergebnis sind Einsparungen bei Ressourcen und Kosten, aber auch ein geringerer Kraftstoffverbrauch und damit einhergehend niedrigere CO2-Emissionen bei gleichem Schutz für die Insassen.