Energielabel für alte Heizanlagen

Heizungen kommt bei der Umsetzung der Energie- und Klimaziele eine besondere Bedeutung zu. Je nach Effizienz des Heizkessels können die Geräte einen besonders großen Energieverbrauch verursachen. Daher hat zum 01.01.2016 die Bundesregierung das nationale Effizienzlabel für Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, eingeführt. Im Ampelprinzip werden Leistung, Energieeffizienz und Betriebsgeräusche bewertet. Dies soll das Bewusstsein für Energieeffizienz von Heiztechnik bei den Verbrauchern stärken und zum Tausch gegen eine moderne und damit effizientere Heizung motivieren.

Welche Informationen bietet das Effizienzlabel?

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Das Label kennzeichnet die Energieeffizienz und ähnelt den bekannten Energielabeln auf Waschmaschinen, Leuchtmitteln etc. Die Energieeffizienz wird mit Ampelfarben dargestellt: Grün steht für ausgesprochen sparsam, Rot für ineffizient. Die Effizienzklassen reichen von A++ bis G und geben Aufschluss über den Energieverbrauch des Heizkessels. Ab 26.09.2019 gilt eine neue Skala, bei der die Stufen E bis G entfallen und dafür die Stufe A+++ mit aufgenommen wird.

Der Verbraucher ist zunächst nicht zum Austausch der Heizkessels verpflichtet. Das nationale Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen handelt es sich lediglich um eine Erstinformation. Diese gibt ihnen eine individuelle Einschätzung darüber, wie sparsam oder verschwenderisch ihr Heizkessel mit der Energie umgeht. Eine Handlungspflicht zum Austausch des Heizkessels kann daraus aber nicht abgeleitet werden. Es kann aber wirtschaftlich sein, die Heizung zu erneuern.

Das Label wird vom BMWi über den ZVSHK kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Online-Shop ZVSHK

Heizungsbauer, Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger, Gebäudeenergieberater des Handwerks und Ausstellungsberechtigte nach § 21 der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind ab 01. Januar 2016 unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, das Label am Heizkessel anzubringen. Dies dürfen sie im Rahmen bestehender Vertragsverhältnisse wie Wartungsverträge. Der Bezirksschornsteinfeger hat nach § 14 SchfHwG das Effizienzlabel im Anschluss an die Feuerstättenschau anzubringen. Der Eigentürmer des Heizkessels darf sich gegen die Anbringung des Labels nicht verwehren (§19 Absatz 2 EnVKG).

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Auf Heizkesseln für gasförmige und flüssige Brennstoffe mit einer Nennleistung von bis zu 400 kW muss das Effizienzlabel gut sichtbar auf der Außenseite der Gerätefront angebracht werden. Dabei hat der Gesetzgeber eine zeitliche Vorgabe zur Anbringung des Labels gemacht.

Weitere Informationen EnVKG

Das Energielabel wird vom Staat finanziert. Für den Eigentümer der Anlage entstehen keine Kosten (§19 Absatz 1 EnVKG).

Zur Feststellung der Energieeffizienzklasse des Heizgerätes sollten die auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Verfügung gestellten Computerprogramme oder Anwendungen einzusetzen. Nach Eingabe der erforderlichen Daten des alten Heizkessels wird die Effizienzklasse angezeigt und das entsprechende Effizienzlabel kann am Heizgerät angebracht werden.

Effizienzklassen-Rechner

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ist berechtigt, die Vergabe des Effizienzlabels stichprobenhaft zu überprüfen. Die Labels tragen dazu Registriernummern, die dem Berechtigten zugeordnet werden können.

Heizungsanlagen im Verbund erhalten ein Paketlabel. Für jede Kombination der verschiedenen Elemente der Heizungsanlage wird ein eigene Label erstellt. Bei Verbundanlagen muss der Verbraucher die Information zu Energieeffizienz, Heizleistung, Wirkungsgrad und Schallleistungspegel für jedes Einzelelement der Anlage als Datenblatt erhalten.

HeizLabel-App – Effizienzstatus des Heizgerätes, Energieberatungsangebote und mögliche Förderungen ermitteln

Mit der App des BMWi können Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und Energieberater, aber auch Verbraucher, die individuelle Energieeffizienzklasse eines jeden Heizkessels bestimmen. Dafür steht eine Suchfunktion in einer Kessel-Datenbank zur Verfügung. Ist ein Heizkessel dort nicht eingetragen, kann die Effizienzklasse mit der App manuell ermittelt werden.

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Welche Heizungen sind in welcher Effizienzklasse?

Für Heizkessel ohne Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbaren Energien werden meist die Energieklassen A bis G angewendet. Für die Effizienzklasse A+ muss Wärmeenergie auf Basis von KWK oder mit erneuerbaren Energien produziert werden.

Gas-Brennwertkessel in Verbindung mit Solarthermie erhalten somit das Effizienzlabel A+ und gelten als sehr effizient. Die innovative Brennstoffzelle wird als besonders effizient eingestuft und erhält für die Produktion von Wärme das Effizienzlabel A++.

Die Effizienz einer Heizungsanlage lässt sich in der Regel nicht am Heizkessel festmachen. Beim Effizienzlabel bleibt bspw. der energetische Zustand des Gebäudes völlig unberücksichtigt. Die mit A++ bewertete Wärmepumpe kann in einem unsanierten Altbau schnell zu deutlich höheren Energiekosten führen als eine Gas-Brennwerttherme. Zudem lässt das Effizienzlabel keine Rückschlüsse zu den tatsächlichen Heizkosten zu. Auch hier können Geräte mit einer sehr guten Bewertung auf der Energieeffizienzskala deutlich höhere Betriebskosten verursachen als eine weniger energieeffizient arbeitende Heizung.