Effizienzdialog zu Energiewende und Klimawandel

Effizienzdialog zu Energiewende und Klimawandel

Energiewende kann nur gelingen, wenn die Energieeffizienz entscheidend vorangebracht wird.

Berlin, 16. Juni 2015. Auf die Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung energetischer Sanierungen bei der Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen haben sich Vertreter von Politik und Wirtschaft am 15. Juni in Berlin geeinigt. Im Rahmen des Effizienzdialoges diskutierten sie die Rolle der Wärmewende für das Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung.

Dabei verwies Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS, auf die enormen Möglichkeiten der CO2-Einsparungen im Verkehrs- vor allem aber im Gebäudesektor. So würden schon heute Erdgasfahrzeuge das Ranking der „saubersten Fahrzeugflotten“ anführen. Auch könnten allein durch den konsequenten Austausch des veralteten Heizungsbestandes in Gebäuden durch moderne Erdgasheizungen bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Kehler plädierte in diesem Zusammenhang dafür, bei der Energiewende den Blick nicht allein auf den Stromsektor zu richten, sondern „die Wärmewende als Schlüsselfaktor für die deutsche Klimapolitik“ zu begreifen. „Wir müssen die Scheu vor pragmatischen Lösungen zum Klimaschutz, insbesondere im Gebäudebereich, ablegen. Es ist für uns als Branche erstaunlich, dass die naheliegenden Vorteile des klimaschonenden Energieträgers ERDGAS nicht schon längst und entschiedener genutzt werden.“ Das langfristige Ziel einer weitgehend dekarbonisierten Energiewelt sei auch kein Menetekel für Erdgasanwendungen, denn „langfristig stehen mit Power to Gas aus regenerativem Überschussstrom und der Brennstoffzelle innovative Techniken bereits heute zur Verfügung, die ein Teil der Lösung sind. Bestehende Infrastrukturen wird das deutsche Erdgasnetz so als wichtiges volkswirtschaftliches Asset auf dem Weg in eine grüne Energiezukunft wesentliche Beiträge leisten“. 

In der von Andreas Mihm (FAZ) moderierten Diskussion erklärte dazu Oliver Krischer, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen Bundestagsfraktion: „Ich bin der Überzeugung, dass die energetische Gebäudesanierung ein Gewinnmodell ist, das wir voranbringen müssen.“ 

Energiewende aus Verbrauchersicht

Ingmar Streese, Leiter Geschäftsbereich Verbraucherpolitik der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verwies in diesem Zusammenhang auf die Kostenfrage: „Aus Verbrauchersicht ist es wichtig, dass die Energiewende möglichst kosteneffizient verläuft. 80 Prozent der Verbraucher unterstützen sie, obwohl sie Geld kostet, weil sie wissen, dass so langfristig auch Geld gespart wird.“

Aus Verbrauchersicht argumentierte auch Dr. Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund: „Wenn man die Energiewende schaffen will, muss man an die Bürger denken. Es müssen Verständnis und Vertrauen da sein“, erklärte er und beklagte, dass es an den politischen und rechtlichen Voraussetzungen fehle, um eine Zukunftstechnologie wie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) entscheidend voranzubringen. „Mit KWK lässt sich viel CO2 einsparen“, deshalb auch sollte der Staat „Mini- und Mikro-KWW aus dem KWK-G herausnehmen und direkt fördern“, ergänzte Florian Post von der SPD-Bundestagsfraktion.

Ungeachtet von unterschiedlichen Herangehensweisen und Lösungsvorschlägen folgten die Diskutanten des Effizienzdialoges der Einschätzung von Karsten Möring von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er hatte erklärt, dass es Zeit und Geld brauche, die gewachsenen Strukturen zu ändern und so die Energiewende zum Erfolg zu führen. Seine Beobachtung sei aber auch, dass insbesondere der administrative Aufwand für viele Privatpersonen zu kompliziert sei, insbesondere bei der Anmeldung einer Mikro-KWK Anlage und der Beantragung von KfW-Fördermitteln. 

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