Energieeffizienz in Gebäuden: Förderstrategie bremst Modernisierung und Klimaschutz aus

Gas-Brennwertheizung ist die Technologie mit den geringsten CO2-Vermeidungskosten

Zukunft ERDGAS: Geplante Weichenstellungen führen nicht zu mehr, sondern zu weniger Klimaschutz in Gebäuden

Berlin, 12. Mai 2017. Die jüngst vom Bundeswirtschaftsministerium vorgestellte "Förderstrategie Energieeffizienz" stößt in der Gaswirtschaft auf massive Kritik. "Wenn diese Förderstrategie umgesetzt wird, wird die energetische Modernisierung massiv ausgebremst. Eine deutliche Belastung des Klimas wäre die Folge", warnt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Branchenvertretung Zukunft ERDGAS. Das Strategiepapier sieht unter anderem vor, keine Modernisierungsmaßnahmen mehr zu fördern, bei denen Heizungen, "die ausschließlich auf fossilen Energieträgern basieren“, zum Einsatz kommen. Aktuell sind dies über 70 Prozent aller Heizungsmodernisierungen.

"Die mit Abstand wichtigste Maßnahme für mehr Klimaschutz in Gebäuden ist der Einbau hochmoderner Gas-Brennwertheizungen, wo sie veraltete Technik oder andere, klimaschädlichere Energieträger ersetzen. Dies steht so auch im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. Allein diese Maßnahme hat in den vergangenen Jahren in Deutschland mehr CO2 eingespart als der gesamte Strom- und Verkehrssektor zusammen. Es wäre ein fataler Fehler der Bundesregierung, diese äußerst wirksame Maßnahme zu beenden. Es kann doch nicht sein, dass der Klimaschutzplan 2050 ein halbes Jahr nach seiner Veröffentlichung bereits Makulatur ist", erklärt Kehler. Der Ersatz einer veralteten Heizung durch eine moderne Gas-Brennwertheizung ist der einfachste und günstigste Weg, das Klima zu entlasten. "Wir sollten die low hanging fruits jetzt nicht hängen lassen", mahnt Kehler.

Deutschland wird seine Klimaziele für 2020 verfehlen. Während die Sektoren Strom und Verkehr weit von der Zielmarke entfernt sind, liegt der Wärmesektor im Soll. "Die klimapolitischen Erfolge im Wärmesektor gehen zu über 50 Prozent auf den Einsatz von modernen Gas-Brennwertheizungen zurück. Allerdings nutzen zwei Drittel der Haushalte diese hocheffiziente und zukunftssichere Technologie noch nicht", weiß Kehler. "Es wäre fahrlässig, diesen Beitrag für den Klimaschutz jetzt aufs Spiel zu setzen. Es ist doch paradox, dass die Regierung sich das Ziel gibt, möglichst viel CO2 pro Steuer-Euro einzusparen und dann aus der Förderung der Technologie mit den geringsten CO2-Vermeidungskosten aussteigen will." Die Brancheninitiative hatte zu Jahresbeginn eine Studie "Wärmemarkt 2050" vorgelegt, die skizziert, dass die Klimaziele im Gebäudesektor wirtschaftlich erreicht werden können. Dabei wurde jedoch von gleichbleibenden Förderbedingungen ausgegangen.

Darüber hinaus weist die Branche auf den Einsatz von erneuerbaren Gasen in Gasheizungen hin – so etwa als Biomethan oder aus Power-to-Gas-Anlagen. Kehler: "Gas kann grün: Gas wird in Zukunft immer größere Anteile erneuerbarer Energien aufnehmen, diese Energie speichern und transportieren. Das bildet die jetzt vorgelegte Förderstrategie überhaupt nicht ab. Eine Gasheizung basiert in Anbetracht dieses Zukunftspotenzials sicher nicht ausschließlich auf fossilen Energieträgern."

Zustimmung äußert die Branchenvertretung hingegen zur Zielstellung, die Förderung so unbürokratisch und schlank wie möglich zu gestalten. "Aktuell ist die staatliche Förderung zu kompliziert und bürokratisch. Hier hat die Politik einen wichtigen Ansatzpunkt gefunden. Entscheidend wird es hier aber auf die Umsetzung ankommen", so Kehler.

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