Gaswirtschaft zum EU-Winterpaket: Ziel richtig, Weg falsch

Gaswirtschaft zum EU-Winterpaket: Ziel richtig, Weg falsch

Das heute von der EU-Kommission veröffentlichte sogenannte „Winterpaket“ schafft einen rechtlichen Rahmen für die Weiterentwicklung der Energieunion und beschreibt Eckpfeiler der künftigen EU-Klimapolitik.

In den Mittelpunkt rückt die EU-Kommission den Stromsektor und setzt auf die Elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors. Hierzu äußert sich Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS: „Die Ziele der EU-Kommission sind richtig, aber der Weg der Elektrifizierung ist falsch. Nur mit Erdgastechnologien können wir preiswert und schnell wirksam das Klima entlasten.“

Die Vorfestlegung auf eine Elektrifizierung aller Sektoren hält die Initiative für ungeeignet. „Strom kommt heute in Europa und auch in Deutschland überwiegend aus Atomkraft und Kohle. Vor diesem Hintergrund ist es fatal, jetzt für strombasierte Systeme einzutreten“, so Kehler. Günstiger und schneller könne das Klima entlastet werden, indem veraltete Öl- und Gasheizungen durch moderne Erdgas-Heizungen ersetzt werden. „Moderne Erdgasheizungen entlasten das Klima schneller, billiger und effektiver als Stromheizungen. Deshalb gilt: Effizienter Klimaschutz geht nur mit ERDGAS“. Konkret empfiehlt das EU-Paket unter anderem die Absenkung des Primärenergiefaktors von Strom, der die Standards für Neubau und Sanierung beeinflusst. Eine Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag der Zukunft ERDGAS zeigt, dass die Primärenergiefaktoren aktuell weder die Wirklichkeit zu Kosten und Klimaschutz zeigen noch Anreize für Effizienz geben. „Wir wünschen uns Primärenergiefaktoren, die den Kunden nicht in eine Kostenfalle locken , sondern sich an den tatsächlichen CO2-Emissionen orientieren. Wer heute CO2 reduzieren will, muss jetzt die Kosten der CO2-Vermeidung zur Leitwährung seiner Maßnahmen machen. Alles andere führt den Verbraucher in die Irre“, erklärt Kehler.

Das Winterpaket würdigt aus Sicht der Initiative auch nicht ausreichend die Rolle, die ERDGAS für ein auf Erneuerbare ausgerichtetes Energiesystem spielen kann. So kann beispielsweise im Power-to-Gas-Verfahren aus überschüssigem Ökostrom synthetisches ERDGAS hergestellt werden. Die Ökoenergie wird so speicher- und transportfähig. Kehler: „Wir können ERDGAS heute erneuerbar herstellen, in dieser Technologie ist Deutschland weltweit führend. Wir können es uns nicht leisten, die Potenziale des Erdgasnetzes als Batterie der Energiewende ungenutzt zu lassen“.

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