Power-to-Gas: Bundesregierung verschläft Riesenchance für Energiewende

Aus Ökostrom hergestelltes ERDGAS muss als Bioenergie anerkannt und von allen Umlagen befreit werden

Power-to-Gas ist ein innovatives Verfahren, um den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Doch die politischen Rahmenbedingungen sind völlig unzureichend, viele Power-to-Gas-Projekte stehen vor dem Aus. Anlässlich der Jahrestagung Power-to-Gas der dena Deutschen Energieagentur am 21. Juni in Berlin kritisiert Dr. Timm Kehler,Vorstand der Initiative Zukunft ERDGAS e.V., den aktuellen Stand der Markteinführung: „Mit ihrer regulatorischen Untätigkeit verschläft die Bundesregierung eine Riesenchance. Es ist doch absurd, dass wir überschüssige erneuerbare Energie vernichten müssen, obwohl wir sie durch Power-to-Gas speichern könnten.“80 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 – das ist das Klimaschutz-Ziel der Bundesregierung. Doch wie die aktuelle Diskussion um das EEG-Gesetz zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren wird durch fehlende Speicher- und Transportmöglichkeiten gebremst. An dieser Stelle setzt Power-to-Gas an: Mit diesem Verfahren wird überschüssiger Ökostrom mit Hilfe von Elektrolyse und CO2 zu ERDGAS umgewandelt. Aus Wind und Sonne wird grünes ERDGAS. Dieses kann im Erdgasnetz transportiert und gespeichert sowie für alle Gasanwendungen – Heizung oder Strom – genutzt werden. Alternativ ist die Rückwandlung zu Strom in Gas- oder Blockheizkraftwerken möglich. Damit kann diese Technologie den Bedarf an neuen Stromtrassen für die Energiewende reduzieren. „Nur mit ERDGAS wird die Energiewende möglich. Das Erdgasnetz ist der größte Energiespeicher, den wir in Deutschland haben“, erklärt Kehler. In Deutschland liegen 505.000 Kilometer Erdgasleitungen – aneinandergelegt führen sie 12,5-mal um den Äquator. „Diese wertvolle Infrastruktur ungenutzt zu lassen, wäre töricht“, warnt Kehler.

Power-to-Gas-Projekte können jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn die Bundesregierung die Rahmenbedingungen anpasst, so Kehler. Am wichtigsten: Power-to-Gas-Energie muss als Bioenergie anerkannt werden. Das heißt auch,dass das grüne ERDGAS, das überschüssige Wind- und Sonnenenergie nutzbar macht, von allen staatlichen Umlagen wie der Ökostromumlage befreit werden muss. Als Stimme der deutschen Erdgaswirtschaft fordert Zukunft ERDGAS daher eine Anschubfinanzierung, „wie sie auch Biomasse, Photovoltaik und Windkraft erfahren haben“, so Kehler.

Insgesamt sind in Deutschland derzeit 23 Power-to-Gas-Projekte in Betrieb. Die weltweit erste Pilotanlage zur Produktion von Methan wurde im November 2009 in Stuttgart in Betrieb genommen.

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