Studie: Gegenwärtige Förderpolitk geht an effizientem Klimaschutz vorbei

Modernisierungskompass von Zukunft ERDGAS benennt Defizite der Förderung und zeigt wirtschaftliche Sanierungsoptionen auf

Die gegenwärtige Förderpolitik für Gebäudeenergieeffizienz orientiert sich zu wenig an der Klimaeffizienz, so das Ergebnis der Studie „Modernisierungskompass“ des Instituts für technische Gebäudeausrüstung (iTG) im Auftrag von Zukunft ERDGAS. Demnach fördern die staatlichen Programme CO2-Einsparungen höchst unterschiedlich, abhängig davon wie die Reduktion des Klimagases erzielt wird. 

Wenn Haushalte in Klimaschutz investieren, wird das vom Staat über BAFA und KfW sehr unterschiedlich bezuschusst, wie die Studie vorrechnet: 18 Cent pro eingespartem kg CO2 pro Jahr bekommt dazu, wer in eine moderne Erdgas-Brennwertheizung investiert. Gleich viel Klimaschutz ist dem Staat an anderer Stelle viel mehr wert: Das gleiche Kilogramm CO2 wird mit 90 Cent gefördert, wenn der Hausbesitzer in eine Dämmung investiert. Die Folge: Die Förderpolitik fördert zwar Klimaschutz, lässt eine effiziente Mittelverwendung aber vermissen. „Mehr Klimaschutz pro Steuer-Euro ist möglich. Wir wollen die Wärmewende bezahlbar gestalten. Die Politik sollte dieses Ziel durch technologie- und maßnahmenoffene Fördermechanismen unterstützen“, so Dr. Timm Kehler, Sprecher des Vorstands von Zukunft ERDGAS. 

Mehr Klimaschutz pro Euro

Am meisten Klimaschutz pro Euro ist laut Studie bei der Sanierung der Heiztechnik zu bekommen. Um jährlich ein Kilogramm CO2 weniger auszustoßen, ist eine Investition von durchschnittlich 2,70 Euro erforderlich. Deutlich höher liegen die CO2-Minderungsinvestitionen bei einem Austausch der Fenster (9,16 Euro) oder der Dämmung der thermischen Gebäudehülle (10,78 Euro). Besonders effizient ist die Anlagensanierung mit Erdgas-Brennwerttechnik (1,58 Euro). „Klimaeffizienz sollte zur Leitgröße der Förderpolitik werden. Die Hauseigentümer haben nur begrenzte Mittel zu Verfügung. Diese Mittel gilt es wirtschaftlich mit der größtmöglichen Wirkung für die Entlastung des Klimas einzusetzen“, appelliert Kehler. 

Die Studie vergleicht zahlreiche bauliche und anlagenseitige Sanierungsoptionen und bewertet diese Anhand von Kenngrößen wie den Investitionskosten, der Amortisationsdauer, der Energie- und der CO2-Einsparung und berücksichtigt bundesweite Förderprogramme von BAFA und KfW. Die genannten Zahlen beziehen sich auf ein freistehendes Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche mit Dämmstandard entsprechend Wärmeschutzverordnung von 1984, das mit einem Öl-Niedertemperaturkessel beheizt wird. 

„Die Studie zeigt, wo der Klimaschutz zum günstigsten Preis zu bekommen ist“, so Kehler über die Ergebnisse, „und sie zeigt auch, dass die Politik sich daran bislang nur unzureichend orientiert“.

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