Der europäische Lkw-Verkehr braucht ERDGAS

Anlässlich der Abstimmung des EU-Parlaments zur Abgasnorm für neue schwere Nutzfahrzeuge haben sich die Akteure des europäischen Branchenverbandes NGVA Europe zu einem gemeinsamen Appell zusammengefunden.

Sie fordern, Gasantriebe im Transportsektor stärker zu verankern. Im Rahmen des dritten Mobilitätspakets schlägt die EU-Kommission vor, die CO2-Emissionen neuer Lkw bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2019 zu reduzieren. Das EU-Parlament wird am morgigen Mittwoch über die Regulierungsvorlage entscheiden. 

Für die Logistikbranche sind Lkw das wichtigste Verkehrsmittel: Der Transport von Frachtgut über die Straße macht derzeit rund 70 Prozent der gesamten Logistik aus. Über sieben Millionen Lkws sind daher jährlich auf Europas Straßen unterwegs – Tendenz steigend, denn das Transportaufkommen wächst europaweit stetig an und damit auch die Anzahl von Lkws auf europäischen Straßen. Von 2010 bis 2016 sind die jährlichen Lkw-Neuzulassungen um 45 Prozent gestiegen. Mit erheblichen Auswirkungen auf das Klima: 2016 verursachte der Lkw-Transport laut der europäischen Umweltbehörde (EEA) rund 26 Prozent der europäischen CO2-Emissionen. 

"Die Zahlen zeigen deutlich: Beim Lkw herrscht enormer Handlungsbedarf in puncto Klimaschutz. Wir begrüßen daher die Initiative aus Brüssel. Entscheidend ist, dass die Politik jetzt einen technologieoffenen Ansatz wählt, um die notwendige CO2-Reduktion im Markt so schnell und kostengünstig wie möglich zu realisieren. Gas-Lkw haben keine Einschränkungen bei Reichweite und Nutzlast, sind ausgereift und liefern Klimaschutz sofort", so Dr. Timm Kehler, Vorstand der Initiative Zukunft ERDGAS und Vizepräsident der NGVA, im Vorfeld der Abstimmung in Straßburg.

"Deutschland geht bereits mit gutem Beispiel voran: Kürzlich wurde die Mautbefreiung für Erdgas-Lkw beschlossen. Mit der Fortsetzung der Steuerermäßigung für ERDGAS als Kraftstoff und der neu etablierten Förderung für CO2-arme Lkw hat die deutsche Politik weitere wichtige Impulse gesetzt, um die Gasmobilität im Schwerlastverkehr zu verankern. Es wird Zeit, dass sie sich auch auf EU-Ebene für eine Verkehrswende mit ERDGAS stark macht", fordert Kehler. 

In dem vom Diesel-Antrieb dominierten Markt sind heute europaweit rund 10.000 CNG- und 4.000 LNG-Lkw im Einsatz. "Deutlich zu wenige", findet Kehler, denn zahlreiche Umweltvorteile sprechen für die Erdgasmobilität: Im Vergleich zu Diesel entstehen rund 95 Prozent weniger Stickoxide, Feinstaub wird kaum emittiert. Außerdem ist die Lärmbelastung verglichen mit einem Diesel-Fahrzeug um die Hälfte reduziert. Zudem wird ERDGAS durch den verstärkten Einsatz von Biogas und synthetischem Gas selbst immer grüner.  Und auch in Sachen Reichweite stehen Erdgas-Antriebe ihren Diesel-Pendants in nichts nach: Mit einer Tankfüllung kann ein Erdgas-Lkw mehr als 1.600 km zurücklegen.

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