Deutschland braucht ein eigenes LNG-Terminal

Fähre mit LNG-Antrieb fährt in den Hafen Risavika bei Stavanger ein

Fähre mit LNG-Antrieb fährt in den Hafen Risavika bei Stavanger ein, Quelle: Ilja C. Hendel/Zukunft ERDGAS

Mitteilung für die Presse: Kommentar von Dr. Timm Kehler anlässlich der LNG-Konferenz des BMWi

Berlin, 12. Februar 2019. Das Bundeswirtschaftsministerium hat heute zur deutsch-amerikanischen LNG-Konferenz nach Berlin eingeladen. Dabei wurden unter anderem die derzeit in Deutschland diskutierten LNG-Infrastrukturprojekte vorgestellt. Im Rahmen der Konferenz hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zudem ein Eckpunktepapier vorgelegt, das den Rechtsrahmen für LNG-Terminals neu ausrichten soll. Die Entwicklungen kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS:

"Die Bedeutung von ERDGAS für eine jederzeit sichere und bezahlbare Energieversorgung wächst stetig. Zusätzlich befeuert wird sie durch den Kohleausstieg mehrerer europäischer Länder. In Zukunft benötigen Deutschland und seine europäischen Nachbarn mehr ERDGAS – zunächst in der Form von konventionellem Gas, bald schon in der Form von grünem Gas. Schon heute müssen wir daher klären, wie wir diesen Mehrbedarf an günstigem, emissionsarmem Gas künftig decken wollen und die dafür notwendigen Weichen stellen.

Der absolute ‚game changer‘ im Gasmarkt ist flüssiges ERDGAS, kurz LNG. Die Einführung von LNG hat den Markt massiv erweitert, auf einst regionalen Märkten wird nun global gehandelt. Dadurch ist die Zahl der Produzenten deutlich gestiegen, mit Ländern wie Australien und USA haben sich gänzlich neue Player am Weltmarkt etabliert. Sie alle wollen Europa – den größten Gasmarkt der Welt – mit günstigem Gas bedienen. Die LNG-Infrastruktur ist bereits gut ausgebaut: Europäische LNG-Terminals können über 200 Mrd. Kubikmeter ERDGAS jährlich importieren, was etwa 45 Prozent des EU-Gasbedarfs entspricht.

Auch hierzulande soll ein Terminal errichtet werden, um die Gasbezugsquellen weiter zu diversifizieren. Endlich, denn wir brauchen dringend ein eigenes Importterminal, um großen LNG-Frachtern eine Anlaufstelle zu bieten und so aktiv am Markt teilzunehmen. Denn auch im Schiffsverkehr und bei LKWs zeichnen sich Wachstumsmärkte für LNG mit großem Potenzial ab. Wichtig ist jetzt, dass die Standortentscheidung mit Weitsicht getroffen wird: Nötig sind flexible Lösungen, die sich schnell und kostengünstig realisieren lassen. 

Mit den geplanten rechtlichen Anpassungen schreitet das Wirtschaftsministerium entschieden voran und stellt Importe von flüssigem und gasförmigem ERDGAS auf eine Stufe, allein der Preis entscheidet. Damit ist es künftig egal, ob ERDGAS per Pipeline oder Schiff nach Deutschland kommt. Die Politik legt so den Grundstein für noch mehr Wettbewerb im Markt. Und das kommt vor allem den Verbrauchern zugute, denn mehr Wettbewerb bedeutet mehr Versorgungssicherheit. Auch gut für den Wettbewerb ist, dass die LNG-Terminalbetreiber an den Anschlusskosten beteiligt werden. So wird sichergestellt, dass nur solche Anbindungsleitungen gebaut werden, die auch wirklich gebraucht werden."

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