Investitionen in die Gasinfrastruktur stärken die Versorgungssicherheit

Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS

"Europäische Gasunternehmen müssen souverän über ihre Investitionen entscheiden können", betont Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS und reagiert damit auf die neuesten Äußerungen des US-Botschafters zum Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Das Infrastrukturprojekt ist bereits in Bau und soll 2019 fertiggestellt werden. Künftig soll es Erdgas aus Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. An dem Projekt sind mehrere deutsche Unternehmen beteiligt.

Die Rolle von ERDGAS für eine klimaschonende Energieversorgung wächst stetig. Allein in Deutschland wird der Erdgasbedarf bis 2030 auf 804 TWh ansteigen, wie die Leitstudie der Deutschen Energie-Agentur prognostiziert. Durch die rückläufige Gasförderung in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien ist Europa zukünftig auf neue Importkapazitäten angewiesen. Auch die zunehmend auf erneuerbaren, wetterabhängigen Energien basierende Stromerzeugung trägt dazu bei, dass die Bedeutung von Gas als flexibles und sicheres Backup im Zuge des Atom- und Braunkohleausstiegs wächst. 

Bereits seit einigen Jahren befindet sich der Gasmarkt im Wandel: Das Gasnetz in Europa ist stark zusammengewachsen. So wurden Kapazitäten von rund 150 Mrd. Kubikmeter pro Jahr geschaffen, um Gas von Westen nach Osten zu leiten. Diese Integration wird in den kommenden Jahren mit erheblichen Investitionen weiter vorangetrieben. 

Auf einst regional geprägten Märkten wird nun global gehandelt. Durch das Aufkommen von flüssigem ERDGAS (LNG) ist die Zahl der Produzenten deutlich gestiegen. Europäische LNG-Terminals können bereits heute über 200 Mrd. Kubikmeter ERDGAS jährlich importieren, was rund 45 Prozent des EU-Gasbedarfs entspricht. Auch in Deutschland soll ein LNG Terminal errichtet werden, um die Bezugsquellen weiter zu diversifizieren. 

"Grundsätzlich gilt: Jede Investition in die Gasinfrastruktur stärkt die Versorgungssicherheit von Deutschland und Europa. Durch die Vielfalt der Importwege sichern wir uns den Zugang zu den günstigsten Anbietern. Sanktionen gegen einzelne Energieinfrastrukturen beschneiden nicht nur die Souveränität Europas. Sie gefährden auch die Energiewende in Deutschland, da sie im Widerspruch zum wachsenden Bedarf an ERDGAS als günstiger, CO2-armer Energie stehen", so Kehler abschließend. 

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