Kohlekommission: Ohne Klima-Fahrplan droht der Jo-Jo-Effekt

Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS

Kraftwerksbetreiber in Deutschland sollen Anreize für den Wechsel von Kohle auf ERDGAS erhalten. Das gehe nach Medienberichten aus dem Entwurf des Abschlussberichts der Kohlekommission hervor.

Auf seiner nächsten Sitzung am 25. Januar soll das Gremium über den Bericht beraten. Dabei soll auch über den Ausstiegspfad und das Enddatum für das letzte Kraftwerk entschieden werden. Hierzu Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS:

"Über die notwendigen Maßnahmen scheint sich die Kommission einig geworden zu sein. Das zeigt, dass ein solches Gremium Ergebnisse erzielen kann, die für alle beteiligten Interessengruppen zufriedenstellend sind. Jetzt gilt es, den Einsatz dieser Maßnahmen in einem konkreten Ausstiegspfad festzulegen, sonst bleibt es bei vagen Versprechen ohne wirksamen Klimaschutz.

Besonders erfreulich ist, dass die Kommission die Bedeutung von ERDGAS zur weiteren Umsetzung der Energiewende erkannt hat. Der Wechsel von Braunkohle zu ERDGAS spart erhebliche Mengen CO2, nach aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes etwa 70 Prozent. Pro erzeugter Kilowattstunde Strom entstehen in deutschen Gaskraftwerken durchschnittlich 382 Gramm CO2. Mit 1.148 Gramm emittieren unsere Braunkohlekraftwerke hingegen dreimal mehr.

Deutschlands Gaskraftwerkspark ist groß: 30 Gigawatt Leistung stehen bundesweit bereit, um den Kohleausstieg abzufedern und eine sichere und emissionsarme Energieversorgung zu gewährleisten. Leider wurden diese Kapazitäten im Jahr 2018 aufgrund der schwierigen Marktlage nur zu rund einem Drittel genutzt, weshalb viele Betreiber aktuell die Stilllegung ihrer Kraftwerke prüfen. Dabei wächst die Rolle von ERDGAS mit zunehmendem Anteil an erneuerbaren Energien. Denn wenn das Wetter nicht mitspielt, braucht es ein Backup, das flexibel einspringt. Auch hier sieht die Kommission Gaskraftwerke als erste Wahl.

Entscheidend wird jetzt, die bestehenden Gaskraftwerke vor einer drohenden Schließung zu bewahren. Um auch nach dem Atomausstieg die erreichten CO2-Einsparungen stabil zu halten, ist außerdem ein schneller Ausbau der Gaskraftwerksflotte dringend erforderlich. Nur so können wir einen Jo-Jo-Effekt beim Klimaschutz vermeiden. Denn die Kommission bleibt immer noch die Antwort auf die Frage schuldig, welche Klimaziele kurzfristig erreicht werden sollen. Hierzu ist ein schneller Einstieg in den Braunkohleausstieg erforderlich, sonst schrumpft das verbleibende CO2-Budget weiter im Eiltempo. Wir hoffen, dass die Kommission auch in dieser Frage bald Einigkeit erzielt."

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