Internationale Energiepolitik


Juni 2018


Schifffahrt

Die Mitglieder der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) einigen sich darauf, den Treibhausgasausstoß bis 2050 um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 zu senken

Juni 2018. Der internationale Schiffverkehr soll sauberer werden! Zu diesem Entschluss ist die International Maritime Organization (IMO) im April 2018 nach zweiwöchigen Verhandlungen in London gekommen. Damit gibt es erstmals Treibhausgasbegrenzungen für Treibhausgasemissionen im internationalen Verkehr. Der Beschluss betrifft mehr als 170 Staaten.

Konkret sieht die IMO vor, die CO2-Emissionen des Seeverkehrs bis 2050 um mindestens die Hälfte zum Referenzjahr 2008 zu reduzieren. Daneben sollen auch die durchschnittlichen CO2-Emissionen in Bezug auf die Transporteinheiten gesenkt werden. Bis 2030 plant die IMO hier gegenüber 2008 Reduzierungen um 40 Prozent, bis 2050 sogar um 70 Prozent. Die neue Regelung impliziert, dass künftig der Großteil der neuen Seeschiffe mit Antrieben basierend auf erneuerbaren Treibstoffen gebaut wird. Als umweltfreundliche Alternative zum bisher überwiegend genutzten Schweröl ist kurzfristig vor allem flüssiges ERDGAS (LNG) denkbar. Mittelfristig kann der Einsatz von synthetischem Gas ebenfalls zu einer Dekarbonisierung der Seeschifffahrt führen. 

Der internationale Seeschiffverkehr wickelt mehr als 80 Prozent des weltweiten Handels ab und ist dabei für circa zwei bis drei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Im Jahr 2012 betrugen die CO2-Emissionen dabei 796 Millionen Tonnen. Bisher wehrte sich die IMO seit dem UN-Klimagipfel 1997 in Kyoto gegen eine verbindliche Begrenzung ihrer Treibhausgasemissionen. Für die internationale Seefahrt galten daher bislang vor allem Umweltschutz-Regulierungen, wie etwa den Schwefelgehalt in Treibstoffen betreffend.

Währenddessen nimmt die Debatte um ein deutsches LNG-Terminal an Fahrt auf: Nachdem sich bis jetzt Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Wilhelmshaven in Niedersachsen einen Wettlauf um das erste Flüssiggasterminal in Deutschland geliefert haben, hat nun auch das niedersächsische Stade seinen Hut in den Ring geworfen. Im dortigen Industriepark an der Elbe soll ein Terminal entstehen. Der Ausbau des Terminals sieht zunächst eine Anfangskapazität von vier Milliarden m³ LNG vor. Diese könnte anschließend auf bis zu acht Milliarden m³ steigen.

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