Innovationsforum Brennstoffzelle

„Fordern, fördern, kommunizieren"

Förderung für Brennstoffzellentechnologie verlängert

Auf dem ersten „Innovationsforum Brennstoffzelle“ der Initiative Brennstoffzelle tauschten sich am 10. Oktober in Berlin rund 70 Experten aus Politik und Wirtschaft über den Stand der stationären Brennstoffzellentechnologie aus. Das Potenzial der Schlüsseltechnologie zum Erreichen der Klimaschutzziele im Wärmemarkt wurde hervorgehoben. Nicht nur im Neubau, sondern auch im Gebäudebestand kann die Brennstoffzelle im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen kurzfristig enorme CO2-Emissionen einsparen.

Darüberhinaus waren sich die Teilnehmer über den Abbau des Verwaltungsaufwand einig. Derzeit sind Betreiber von Mikro-KWK zu umfassenden Meldungen vor Inbetriebnahme und während der Betriebsführung verpflichtet.

Zu den Referenten zählten Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWi, Dr. Rodoula Tryfonidou (BMWi), Gerd-Dieter Krieger (VDMA), Jens Dammer (erdgas schwaben), René Eickhoff (Viessmann), Christian Stolte, (dena), Peter Rathert (BMI), Prof. Martin Neumann (MdB FDP-Fraktion), Dr. Havard Nymoen, Frank Ziegeler (Ziegeler Solar + Haustechnik), Matthias Trunk (GASAG), Andreas Ballhausen (SOLIDpower) und Hagen Fuhl (SenerTec). Moderiert wurde das Innovationsforum Brennstoffzelle durch die beiden Sprecher der Initiative Brennstoffzelle Dr. Timm Kehler (Vorstand von Zukunft ERDGAS) und Andreas Lücke (Hauptgeschäftsführer des BDH).

„Die Einführung der Technologie in den deutschen Markt war ein großer Erfolg, auch aufgrund der starken politischen Unterstützung.“ so Andreas Lücke.  Dass die KfW-Förderung 433 in unverminderter Höhe für mindestens zwei Jahre verlängert wird, setzt ein wichtiges Signal. Schirmherr Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, lobte die Brennstoffzelle als „Zukunftstechnologie“. 



Ein Blick auf den Status quo der Wärmewende zeichnet ein deutliches Bild: Noch immer werden rund 40 Prozent der CO2-Emissionen im Gebäudebereich verursacht. "Die Politik reagiert darauf mit Fördermaßnahmen im Neubau und vernachlässigt dabei den Gebäudebestand. Jedoch liegt im Bestand der größte Hebel für mehr Klimaschutz, denn mehr als 6 von 10 Heizungsanlagen sind veraltet und damit ineffizient. Diesen Modernisierungsstau gilt es zu beseitigen. Ohne eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate verfehlen wir die Klimaziele meilenweit", so Dr. Timm Kehler.  

Energiepolitischer Fokus sollte laut der Panelisten auf der Entlastung des Stromverteilernetzes durch dezentrale Energieerzeugungsanlagen liegen. Hier leistet die Brennstoffzelle einen wichtigen Beitrag. In Zeiten der Digitalisierung lassen sich über die Technologie Energieflüsse optimieren.  

"Als effizienteste Art der Wärme- und Stromerzeugung ist die Brennstoffzelle schon heute ein wichtiges Bindeglied zwischen den Sektoren. Wenn wir auch hierzulande bezahlbaren Klimaschutz durch eine Kostendegression erreichen wollen, muss die Politik den Geräteherstellern durch eine Fortführung des Technologieeinführungsprogramms jetzt langfristige Investitionssicherheit bieten", kommentiert Lücke.  

Wirtschaftsvertreter raten, den Verbraucher zu entlasten: der bürokratische Aufwand muss abgeschafft werden, um die Technologie langfristig auf dem Markt zu etablieren. Darüber hinaus muss der Dialog von Herstellern und Handwerk intensiviert werden, um die Kundenbetreuung zu verbessern. Konsens besteht auch darin, dass für eine langfristige Marktdurchdringung eine nachhaltige Kommunikationsstrategie erforderlich ist.

Vortrag Christian Stolte

Vortrag Jens Dammer

Vortrag Dr. Håvard Nymoen

Vortrag Rene Eickhoff 

 

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