Effizient sanieren: Fördergelder an CO2-Einsparungen ausrichten

FÖS-Studie zum effizienten Sanieren
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Das FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V.) befasst sich in der vorgelegten Studie mit dem Design eines Förderregimes für die energetische Modernisierung, welches den Fokus auf die mit der Förderung verbundene CO2-Minderung legt. Vor dem Hintergrund des sich von der Bundesregierung selbst im Koalitionsvertrag gesetzten Ziels, dass "jeder Fördereuro dazu beitragen soll, möglichst viel CO2 einzusparen", entwickelt das FÖS dann ein mögliches Förderregime. Dabei steht die CO2-Einsparung im Fokus unter der Bedingung, dass die Fördermittel möglichst effizient eingesetzt werden.

Zunächst untersucht der Studiennehmer die aktuelle Förderlandschaft in Deutschland, um die Ergebnisse dann mit Erfahrungen und Daten aus dem Vereinigten Königreich (UK) und Belgien zu vergleichen. Für Deutschland befindet das FÖS, dass die Förderprogramme für die Heizungsmodernisierung die größten CO2-Einsparungen auslösen und damit die höchste Fördermitteleffizienz aufweisen. Auch die Ergebnisse der Untersuchung für UK und Belgien zeigen, dass insbesondere geförderte Heizungssanierungen erhebliche Klimaschutzbeiträge leisten und sich dabei Nettoersparnisse für die Haushalte ergeben.

Bei den Vorschlägen für eine Neugestaltung des Förderregimes in Deutschland schlägt das FÖS vor, zunächst einige Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Zunächst betont der Studiennehmer, dass die Sanierungszyklen bei einem Förderregime berücksichtigt werden müssen. Lange Lebensdauern von Gebäudeteilen erfordern demnach die Einbindung von Maßnahmen in einen "Sanierungsfahrplan". Zusätzlich verweist das Forum auf die Bedeutung des globalen CO2-Budgets, welches zusätzliche Anforderungen an ein Förderregime stellt. Vorgeschlagen werden dann auch drei verschiedene Ansätze:

  • Zeitlich degressive Fördersätze
    Um dem Ansatz des CO2-Budgets gerecht zu werden, sollen Haushalte mit höheren Fördersätzen belohnt werden, die frühzeitig energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen. Möglich wäre z. B. ein im Zeitablauf stetig sinkender Zuschuss für Sanierungsmaßnahmen, eine moderat steigende Zinslast oder eine Absenkung der maximalen Förderkredithöhe.

  • Progressive Einsparförderung
    Je höher die CO2-Einsparung, desto höher die Förderung. Dieser einfache Grundsatz steht hinter diesem Vorschlag. Zusätzliche Effizienz kann generiert werden, wenn ganzheitliche Modernisierungsansätze gezielt gefördert werden.

  • Technologie-Ranking
    Die Modernisierungsmaßnahmen mit den höchsten CO2-Einsparungen erhalten die höchste Förderung. Notwendig ist hierzu eine regelmäßige Neubewertung aller verfügbaren Techniken und Materialien.

Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairs
Tel.: 030 4606015-70

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