Primärenergie-Faktoren für Endenergieträger im Rahmen der EnEV

Hintergrund – Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) dient der Umsetzung der Gebäuderichtlinie der EU (Europäische Union 2010a). Sie ist demgemäß ein zentrales Instrument zum Erreichen zweier Ziele der EU, der Energieeffizienz- und der Klimaschutzziele im Gebäudesektor. Ein drittes Ziel, der Ausbau der Erneuerbaren Energien (im Gebäudesektor), wird mittels dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) verfolgt.

Die EnEV adressiert die Energieeffizienz sowohl der Gebäudehülle als auch der Anlagentechnik – die Anlagen ihrerseits werden mit Energieträgern betrieben, die mittels Primärenergiefaktoren untereinander vergleichbar gemacht werden. Die EnEV gilt für Neubau und Bestandsgebäude (bei Sanierung) sowie für Wohn- und Nichtwohngebäude. Je nach angewandtem Berechnungsverfahren müssen bestimmte Grenzwerte bei den Bauteilen (max. U-Werte beim Bauteilverfahren) oder beim Primärenergiebedarf des Gesamtgebäudes (max. QP, Ref-Werte und max. Transmissionswärmeverlust HT beim Referenzgebäudeverfahren) eingehalten werden. Bei der Einhaltung der geforderten maximalen Primärenergiebedarfe besteht weitgehend Wahlfreiheit, ob sie durch gute Dämmung, durch effiziente (KWK, Wärmerückgewinnung ...) oder durch erneuerbare Anlagentechnik realisiert wird.

Die EnEV trat im Februar 2002 in Kraft und wurde seitdem mehrfach novelliert, zum letzten Mal in wesentlichem Ausmaß 2013. Im GebäudeEnergieGesetz GEG 2018 will der Bund die noch parallel laufenden Regeln zusammenführen: Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das Gesetz sollte ursprünglich im Frühjahr 2017 verabschiedet werden und wurde seitdem mehrfach verschoben. Die bekannt gewordenen Entwurfsfassungen sehen, was die grundsätzlichen Festlegungen angeht, keine Abweichungen von der bisher gültigen EnEV vor.

Überprüfung der Primärenergiefaktoren

Die Primärenergiefaktoren aus der DIN V 18599 haben einen entscheidenden Einfluss auf die Größe des zu berechnenden Jahres-Primärenergiebedarfs. Damit hat ihre Festlegung Auswirkung auf die Wahl von Heizungstechnologien und deren Energieträger bzw. auf das Binnenverhältnis von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bei Gebäudehülle und Anlagentechnik. 

Gas-Brennwert und Solar klimaschonender und kosteneffizienter als Elektro-Waermepumpen

Dementsprechend gibt es ein Bestreben der Akteure im Gebäude-, Heizungs- und Wärmeversorgungsmarkt, möglichst vorteilhafte Primärenergiefaktoren für Ihre Produkte (Technologien und Energieträger) zu erzielen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die mehrfache und zuletzt relativ starke Absenkung der in der EnEV verbindlich anzuwendenden Primärenergiefaktoren für Strom, die in hohem Maße strombasierte Heizungstechnologien begünstigt.

Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairs
Tel.: 030 4606015-70

E-Mail senden