Alternativen zum Diesel im ÖPNV

Eine ökologische und ökonomische Vergleichsstudie

Der Verkehrssektor verursacht nicht nur ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland, sondern auch einen großen Anteil der Luftschadstoffen. Am 22. Februar 2018 wollte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Grundsatzurteil zum Dieselfahrverbot in Düsseldorf fällen. Der Termin wurde auf den 27. Februar verschoben. Auch in vielen anderen Städten werden die Schadstoffgrenzwerte zu oft überschritten. Es stellt sich mehr denn je die Frage nach umweltfreundlichen Antriebskonzepten auch im ÖPNV.

Die politisch gewollte Elektromobilität erfasst auch den ÖPNV. Aber ist das auch die beste technische Lösung? Dieser Frage widmet sich die die ÖPNV-Busstudie, die im Auftrag von Zukunft ERDGAS durch Prof. Dr.-Ing. Ralph Pütz, BELICON GmbH – Institut für Fahrzeugforschung und Abgasanalytik an der Hochschule Landshut, und Dr. Frank Snaga, PwC – PricewaterhouseCoopers GmbH, erstellt wurde.

Die Studie untersucht dabei eine durchschnittliche Busflotte von 20 modernen Standardbussen mit den Antrieben Diesel, Diesel-Hybrid, ERDGAS, Biomethan, Brennstoffzellen-Hybrid und Batterieelektrisch (Oppertunity Charger, Overnight Charger und Trolley-Hybrid). Um die Umweltauswirkungen der verschiedenen Antriebssysteme zu bewerten, wurde ein vollumfänglicher Ansatz gewählt. Neben dem Busbetrieb wurden die Busherstellung, die Instandhaltung sowie die Kraftstoff- bzw. Energiebereitstellung betrachtet. Analysiert wurden die tatsächlichen Schadstoffemissionen CO2, NOX und Partikel während des Fahrbetriebs. Die Kostenbewertung basiert auf dem Total Cost of Ownership-Ansatz und bezieht neben den jeweiligen Infrastrukturkosten auch die externen Kosten im Zuge der Umweltauswirkungen ein.

Wirksamer Klimaschutz im ÖPNV ist sofort möglich

Die heute und mittelfristig bis 2030 ökologischste und ökonomischste Alternative zum Dieselantrieb ist der Einsatz von Gasbussen betrieben mit Biomethan.

  • Nachhaltig erzeugtes Biomethan steht schon heute in großem Umfang zur Verfügung, sodass diese Menge ausreicht, um nahezu alle Busse des ÖPNV anzutreiben.
  • Die Mehrkosten für den Busbetrieb mit Biomethan liegen bei drei bis vier Prozent im Vergleich zu Diesel. Mit Biomethan betriebene Gasbusse sind die wirtschaftlichste Antriebsalternative.
  • Strombetrieben Busse sind teuer. Ohne eine massive Förderung ist der Einsatz von batterie- oder wasserstoffbetriebenen Bussen auch mittelfristig für Kommunen und Städte nicht wirtschaftlich umsetzbar. Wenn gefördert wird, dann ohne Wettbewerbsverzerrung indem technologieoffen unterstützt wird.
  • Die heutigen Strombezugsquellen leisten keinen Beitrag zum effizienten Klimaschutz. Die Erhöhung der Stromnachfrage bringt keinen Umweltnutzen.
Der Umstieg von Diesel- auf Gasbusse ist kosteneffizient.

Gasbusse: Kosteneffizienter und sofortiger Klimaschutz

Wer sofortigen Umweltschutz will, darf nicht auf die Technologien von morgen verweisen. Biomethan leistet einen schnellen und kostengünstigen Beitrag für den Klimaschutz.

Die aktuellen CO2-Emissionen im Verkehrssektor belegen, dass es nicht ausreicht, sich auf eine Technologie zu beschränken. Die Leitwährungen beim Umweltschutz heißen ausschließlich CO2-Vermeidung und lokale Schadstoffminimierung. Alle Förderungen müssen daher technologieoffen gestaltet werden und sich an kosteneffizientem Umweltschutz orientieren.

Gasbusse für klimaschonenden ÖPNV