Alternativen zum Dieselbus im ÖPNV

Eine ökologische und ökonomische Vergleichsstudie

Der Verkehrssektor verursacht nicht nur ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland, sondern auch einen großen Anteil der Luftschadstoffen. Seit Anfang 2018 haben mehrere Gerichte Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge verhängt, unter anderem in Stuttgart, Berlin oder im Ruhrgebiet. Davon sind zum Teil sogar Autobahnabschnitte betroffen. Auch in vielen anderen Städten werden die Schadstoffgrenzwerte zu oft überschritten. Es stellt sich mehr denn je die Frage nach umweltfreundlichen Antriebskonzepten auch im ÖPNV.

Die politisch gewollte Elektromobilität erfasst auch den ÖPNV. Aber ist das auch die beste technische Lösung? Dieser Frage widmet sich die die ÖPNV-Busstudie, die im Auftrag von Zukunft ERDGAS durch Prof. Dr.-Ing. Ralph Pütz, BELICON GmbH – Institut für Fahrzeugforschung und Abgasanalytik an der Hochschule Landshut, und Dr. Frank Snaga, PwC – PricewaterhouseCoopers GmbH, erstellt wurde.

Die Studie untersucht dabei eine durchschnittliche Busflotte von 20 modernen Standardbussen mit den Antrieben Diesel, Diesel-Hybrid, Erdgas, Biogas (Biomethan), Brennstoffzellen-Hybrid und Batterie elektrisch (Opportunity Charger, Overnight Charger und Trolley-Hybrid).

Um die Umweltauswirkungen der verschiedenen Antriebssysteme zu bewerten, wurde ein vollumfänglicher Ansatz gewählt. Neben dem Busbetrieb wurden die Busherstellung, die Instandhaltung sowie die Kraftstoff- bzw. Energiebereitstellung betrachtet. Analysiert wurden die tatsächlichen Schadstoffemissionen CO2, NOX und Partikel während des Fahrbetriebs. Die Kostenbewertung basiert auf dem Total-Cost-of-Ownership-Ansatz und bezieht neben den jeweiligen Infrastrukturkosten auch die externen Kosten im Zuge der Umweltauswirkungen ein.

Wirksamer Klimaschutz im ÖPNV ist sofort möglich

Die heute und mittelfristig bis 2030 ökologischste und ökonomischste Alternative zum Dieselantrieb ist der Einsatz von Gas-Bussen, betrieben mit Biogas.

  • Nachhaltig erzeugtes Biogas steht schon heute in großem Umfang zur Verfügung, sodass diese Menge ausreicht, um nahezu alle Busse des ÖPNV anzutreiben.
  • Die Mehrkosten für den Busbetrieb mit Biogas liegen bei drei bis vier Prozent im Vergleich zu Diesel. Mit Biogas betriebene Gas-Busse sind die wirtschaftlichste Antriebsalternative.
  • Strombetrieben Busse sind teuer. Ohne eine massive Förderung ist der Einsatz von batterie- oder wasserstoffbetriebenen Bussen auch mittelfristig für Kommunen und Städte nicht wirtschaftlich umsetzbar. Wenn gefördert wird, dann ohne Wettbewerbsverzerrung, indem technologieoffen unterstützt wird.
  • Die heutigen Strombezugsquellen leisten keinen Beitrag zum effizienten Klimaschutz. Die Erhöhung der Stromnachfrage bringt aktuell keinen Umweltnutzen.
Der Umstieg von Diesel- auf Gas-Busse ist kosteneffizient.

Gas-Busse: kosteneffizienter und sofortiger Klimaschutz

Wer sofortigen Umweltschutz will, darf nicht auf die Technologien von morgen verweisen. Biogas leistet einen schnellen und kostengünstigen Beitrag für den Klimaschutz.

Die aktuellen CO2-Emissionen im Verkehrssektor belegen, dass es nicht ausreicht, sich auf eine Technologie zu beschränken. Die Leitwährungen beim Umweltschutz heißen ausschließlich CO2-Vermeidung und lokale Schadstoffminimierung. Alle Förderungen müssen daher technologieoffen gestaltet werden und sich an kosteneffizientem Umweltschutz orientieren.

Dr. Norbert Azuma-Dicke

Leiter Public Affairs | Chefvolkswirt
Tel.: 030 4606015-70

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