Energiewende im Wärmemarkt: Bis zu 81 Prozent weniger CO2-Emissionen sind möglich

Die Studie "Wärmemarkt 2050" von Zukunft ERDGAS erstellt ein realistisches Szenario für den deutschen Wärmemarkt der Zukunft. Betrachtet wird, wie sich der Wärmemarkt entwickeln kann, um die politisch anvisierten 80 Prozent CO2-Reduktion zu erreichen. Im Fokus steht dabei die Bezahlbarkeit aller Maßnahmen und damit sozialverträglicher Klimaschutz. Die Ergebnisse: Ein großer Hebel zum Erreichen des ehrgeizigen CO2-Reduktionsziels liegt im steigenden Einsatz regenerativer Gase. Durch die Erhöhung ihres Anteils auf 35 Prozent bis zum Jahr 2050 sind 81 Prozent weniger CO2-Emissionen im Gebäudesektor möglich. Das CO2-intensive Heizöl wird im Wärmemarkt der Zukunft keine Rolle mehr spielen. Auch elektrische Heizsysteme werden mit einem Anteil von weniger als 20 Prozent keine dominierende Stellung einnehmen.

Die meisten CO2-Emissionen können durch den Einbau einer neuen Heizung gespart werden

Die Studie beschäftigt sich mit einem zentralen Anwendungsbereich für Erdgas, dem Wärmemarkt: Bereits heute heizt jeder zweite deutsche Haushalt mit dem klimaschonenden Energieträger. Die umfangreiche Untersuchung beleuchtet 1.986 individuelle Sanierungsfahrpläne, denen nahezu 1.000 Ausgangssituationen sowie 43 Gebäudetypen als empirische Basis zugrunde liegen. Dabei wird nicht nur die technische Umsetzbarkeit einer Maßnahme betrachtet, sondern auch die individuelle Vermögenssituation der Hauseigner. Es wird davon ausgegangen, dass Immobilieneigentümer die Maßnahmen wählen, die sie finanzieren können und die gleichzeitig eine möglichst hohe CO2-Einsparung erzielen. Neben der Prämisse der Bezahlbarkeit simuliert die Studie die jahresgenaue Bestandsentwicklung an Wohngebäuden.

Das Fazit: Hocheffiziente gasbasierte Heizungen werden auch im Jahr 2050 einen Marktanteil von 55 Prozent haben. Eine Schlüsselrolle zum Erreichen des 80-Prozent-Ziels spielen dabei neben der effizienten Gas-Brennwerttechnik insbesondere die Einführung neuer Gas-Technologien wie der Brennstoffzelle sowie die Option der Beimischung von regenerativem Erdgas. So könne der Anteil von synthetischem Gas, das mithilfe des Power-to-Gas-Verfahrens gewonnen wird, im Jahr 2050 30 Prozent sowie der Anteil von Biogas fünf Prozent betragen. Die Beimischung könne 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Da der Energieträger Erdgas dadurch immer grüner wird, ist auch die Zukunftsfähigkeit dieser Heizlösung langfristig gewährleistet. Insgesamt wird der Energieverbrauch durch Effizienzmaßnahmen maßgeblich sinken.

Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairs | Chefvolkswirt
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