Saubere Mobilität – Das Sorgenkind der Energiewende

Wie lässt sich Mobilität umweltschonend gestalten?

Diese Frage beschäftigt uns in Zeiten von Abgas-Affäre, Diesel-Fahrverboten und verfehlten Klimazielen heute mehr denn je. Und das nicht ohne Grund. Die Klimabilanz des Sektors ist erschütternd: Bisher hat der Sektor Verkehr als einziger keine CO2-Emissionen reduzieren können. Im Gegenteil: 2017 lagen die Emissionen zwei Prozent über den Werten von 1990. Nach jüngsten Prognosen vom Umweltbundesamt verursachte der Verkehrssektor 2017 etwa ein Fünftel des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes. Die Emissionen des Schwerlastverkehrs stiegen sogar um rund vier Prozent. Der Mobilitätssektor ist somit das Sorgenkind der Energiewende. Dabei sind die Erwartungen hoch: Die Bundesregierung will, dass der Endenergieverbrauch im Verkehr bis 2050 um 40 Prozent gegenüber 2005 sinkt.

Deutschen Städten werden regelmäßig miserable Luftbilanz-Zeugnisse ausgestellt und müssen zunehmend mit Maßnahmen wie Fahrverboten dagegen reagieren. Es ist also höchste Zeit, dass der Verkehr seinen CO2- und Schadstoffausstoß drastisch senkt. Es gibt vielfältige Lösungen, die schnell Abhilfe schaffen könnten. Unter den Mobilitäts-Alternativen bietet dabei Erdgas aktuell die besten Optionen für Land und Wasser: CNG, synthetisches Erdgas, LNG, Biogas, Bio-LNG. Mit Fahrzeugen mit Erdgas-Antrieb können Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen schon heute für nachhaltige Mobilität sorgen

Erdgas als alternativer Kraftstoff für eine saubere Zukunft

Im Vergleich zu Diesel werden bei Erdgas die Feinstaub-Emissionen um 50 Prozent, die Stickoxid-Emissionen um bis 96 Prozent und der CO2-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduziert. Durch die Beimischung von Biogas und synthetischen Gas verbessern Erdgas-Fahrzeuge ihre Ökobilanz zusätzlich – eine Möglichkeit, die Autogas nicht bietet.

Und je mehr grünes Gas im Tank ist, desto emissionsfreier wird auch die Mobilität. Anstatt also heute die Technologie von morgen zu bestimmen und in der Praxis auf klimaschädliche Bestandstechnologie zu setzen, sollten wir dieses in kurzer Zeit umsetzbare Umweltpotenzial heben.

Wir brauchen eine Neuausrichtung

Der Schritt der EU, Deutschland wegen zu schlechter Luft zu verklagen, macht deutlich, dass der Verkehrssektor einer Neuausrichtung bedarf. Nötig sind Kraftstoffe und Technologien, die sowohl die CO2- als auch die Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen in Städten schnell und kostengünstig senken können. Mit Erdgas steht eine umweltschonende und bewährte Alternative zu Diesel und Benzin schon heute zur Verfügung.

Die Gas-Infrastruktur ist vorhanden. Zudem wird Gas zunehmend erneuerbar: heute Biogas, morgen Power-to-Gas. Durch den steten Zuwachs an regenerativem Gas erhöht sich die Klimabilanz von Erdgas zusätzlich. Biogas wird vorwiegend aus natürlichen Abfällen und landwirtschaftlichen Rohstoffen gewonnen und ist somit unerschöpflich. Es kann dem Erdgas in beliebigen Anteilen und ohne technische Anpassungen am Fahrzeug bis zu 100 Prozent beigemischt werden, durchschnittlich beträgt der Anteil heute 15 Prozent. Dadurch können die Emissionen auf ein Niveau sinken, das Erdgas-Fahrzeuge konkurrenzfähig gegenüber Elektroantrieben macht. Wird reines Biogas getankt, sinkt der CO2-Ausstoß sogar um bis zu 97 Prozent. Eine weitere wichtige Rolle wird künftig synthetisches Gas spielen, welches mithilfe des Power-to-Gas Verfahrens aus Solar- und Windstrom gewonnen wird.

Reichweitenvergleich der Kraftstoffe Erdgas vs. Super & Diesel

Erdgas ist bezahlbar und so sprechen vor allem die vergleichsweise günstigen Kraftstoffkosten und die bis 2026 niedrige Kfz-Steuer für Erdgas-Autos. Die Anschaffungskosten amortisieren sich durch die niedrigen Tankkosten bereits bei jährlichen Fahrleistungen von 7.000 – 12.000 Kilometern. Eine Studie vom Verbraucherzentrale Bundesverband bestätigt das. Ihr zufolge ist Erdgas die günstigste Antriebsart und liefert bei einer Betrachtung der Gesamtlebensdauer eines Fahrzeugs einen Kostenvorteil von 15 Prozent. Auch bei der Modellauswahl kommt jeder Kunde auf seine Kosten.

Verkehrswende: Gesamtkette betrachten

Fakt ist: Der Verkehr muss sauberer werden. Die anhaltend hohe Schadstoffbelastung in deutschen Städten ist den Bürgern nicht mehr zuzumuten. Zudem muss der Sektor endlich seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Derzeit dreht sich die Verkehrswende-Diskussion vornehmlich um die vermeintlich emissionsfreie E-Mobilität. Die Technik wird in der EU-Flottenziel-Regelung mit 0 Gramm CO2 berechnet, für emissionsarmes CNG ist kein Technologiebonus vorgesehen. Betrachtet man die Umweltbilanz der Fahrzeugantriebe samt Kraftstoffproduktion ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Beim aktuellen Strommix ist E-Mobilität bei allen Zukunftspotenzialen bislang noch keine umweltfreundliche Lösung. Erdgas-Mobilität ist heute wirksam und bietet das Potenzial, die CO2- und Schadstoff-Emissionen langfristig durch grünes Gas zu senken. Das sollte auch die EU anerkennen und ihren Vorschlag entsprechend anpassen. Und wenn die Bundesregierung die blauen Briefe aus Brüssel künftig vermeiden will, muss auch sie sich endlich zur Erdgas-Mobilität bekennen.

Überblick Studien zur Mobilität

Warum ist der Anteil von Erdgas-Autos trotz aller Vorteile so gering?

Der Anteil von Erdgas-Fahrzeugen am Kraftstoffmix beträgt lediglich 0,3 Prozent. Das liegt sicherlich daran, dass die Vorzüge von CNG-betriebenen Fahrzeugen nur wenig bekannt sind. Erdgas-Fahrzeuge sind sauber, leise und vor allem ist das Tanken deutlich billiger. Erst 2016 hat der Staat die Förderung von Erdgas als Kraftstoff verlängert und damit gute Voraussetzungen für eine positive Marktentwicklung geschaffen. Zudem wird durch den ausschließlichen politischen Fokus und der umfassenden medialen Berichterstattung zur Elektromobilität den Nutzern suggeriert, dass dies die einzige Antriebsalternative der Zukunft sei und die Marktentwicklung in großen Schritten voranschreitet. Beides ist nicht der Fall.

Meilensteine

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Dr. Norbert Azuma-Dicke

Leiter Public Affairs
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