Umweltschonender ÖPNV: Klimaschutz für Kommunen

Aktuell fahren 95 Prozent der deutschen Linienbusse mit Diesel. Ein Wechsel auf Biogas hieße 80 Prozent weniger CO2 und 25 Prozent weniger Stickoxide. Unsere kürzlich veröffentlichte Vergleichsstudie zeigt: Biogas bietet das mit Abstand beste Kosten-Nutzen-Verhältnis unter den alternativen Antrieben.

Klimaschutz kommunal: Mit Erdgas-Bussen in die Zukunft

Eine CO2-Reduktion von 80 bis 95 Prozent bis zum Jahr 2050 ist grundsätzlich machbar. Doch bislang sind wir nicht auf dem richtigen Weg – die Klimaschutzziele 2020 werden voraussichtlich weit verfehlt. Der beste Weg zur Erreichung der Ziele sind technologieoffene und marktwirtschaftliche Ansätze. Bedingt durch den Dieselskandal gewinnen Erdgas-Fahrzeuge als mögliche Lösung immer mehr an Bedeutung. Um die Luftverschmutzung zu reduzieren können die Kommunen aktiv werden. Besonders effizient ist der Einsatz von Erdgas-Bussen im ÖPNV.

Die Alternative zum Diesel

Gas bietet bereits heute mit LNG oder CNG für den Einsatz als Kraftstoff in der Mobilität hohe Potenziale zur Reduktion von Kohlendioxid-, Stickoxid-, Feinstaub- und Lärmemissionen. In Deutschland besteht eine flächendeckende Infrastruktur für komprimiertes Gas als Kraftstoff (CNG), die aber bislang nur unzureichend ausgelastet wird und dadurch in wirtschaftliche Bedrängnis gerät. Mit der Fortführung der Steuerermäßigung bis 2026 wurde die Grundlage für die weitere Marktentwicklung für Erdgas als Kraftstoff geschaffen. Erdgas-Busse sind derzeit die einzige wettbewerbsfähige Antriebsalternative im ÖPNV.

Deutschlandweit nutzen bereits über 60 Verkehrsbetriebe die zuverlässige Erdgas-Variante für einen emissionsarmen Antrieb. Alle bekannten Bushersteller haben ein breites Modellangebot für den Standard- oder auch Gelenkbus. Vor dem Hintergrund, dass die CO2-Emissionen und Schadstoffemissionen im Verkehr sofort reduziert werden müssen, sind Erdgas-Busse derzeit die praxistauglichste und kostengünstigste Antriebsalternative im ÖPNV. Sie leisten sofortigen und bezahlbaren Klimaschutz. Anstelle einer Förderung für die Nachrüstung von Abgas-Nachbehandlungssystemen bei veralteten Dieselbussen sollte der Erdgas-Bus im Sinne eines effizienten Mitteleinsatzes stärker berücksichtigt werden. Wo immer eine Kommune einen Klimaschutzplan aufstellt, sollte sie auch über Erdgas-Fahrzeuge nachdenken.

Grünes Gas für eine grünere Zukunft

Durch den Einsatz von erneuerbarem Gas werden ohne nennenswerte Mehrkosten über 80 Prozent Treibhausgasemissionen vermieden. Als einzige speicherbare und grundlastfähige erneuerbare Energie stellt es einen Eckpfeiler der Energiewende dar. Aufbereitetes Roh-Biogas, also Biogas, wird an rund 200 Anlagen in das Gas-Netz eingespeist und so allen Gas-Kunden bereitgestellt. Die Verfügbarkeit von erneuerbarem Gas würde ausreichen, um alle ÖPNV-Busse in Deutschland zu versorgen. Die Ökobilanz ist dabei ähnlich vorteilhaft wie bei kostspieligen batteriebetriebenen Bussen, die mit erneuerbarem Storm angetrieben werden. Eine Vergrößerung des Strombedarfs durch Batteriebusse ist jedoch kontraproduktiv, da 40 Prozent der deutschen Stromproduktion aus Kohlekraftwerken stammt. 

Erdgas-Busse sind wettbewerbsfähig und können zur kommunalen Wertschöpfung beitragen

Während der vergangenen 20 Jahre wurden Erdgas-Busse immer kosteneffizienter. Die Preisschere bei den Anschaffungskosten reduzierte sich im Vergleich zu den Dieselbussen im Rahmen der Einführung der Euro-VI Abgasnorm deutlich. Diese Norm halten Erdgas-Busse spielend ein, wohingegen Dieselbusse mit einem technisch aufwendigen und damit kostenintensiven System ausgestattet werden müssen. Der größte Kostenvorteil des Erdgas-Bussen entsteht bei den günstigen Kraftstoffkosten. Als Vorteil ist aufzuführen, dass der Gas-Preis langfristig, flexibel und auch in Abhängigkeit vom Dieselpreis mit dem Gas-Versorger gestaltet werden kann. Auch hier gilt: Je mehr Erdgas-Busse, desto höher das Einsparungspotential. Für kommunale Unternehmen in einer Stadtwerke-Holding, welche den ÖPNV und die Energieversorgung sicherstellen, ist der Aspekt der kommunalen Wertschöpfung nicht zu vernachlässigen. Dieser kommt durch die Zusatzvermarktung von Gas durch den Energieversorger an das ÖPNV-Schwesterunternehmen zu Stande.  Der zusätzliche Gas-Absatz kann das Ergebnis des Energieversorgungsunternehmens verbessern.

Augsburg geht mit gutem Beispiel voran

Die Stadtwerke in Augsburg setzten im ÖPNV auf Erdgas-Busse. Die Weichen für den Umstieg der kompletten Busflotte wurden 1995 gestellt. Viele Fahrzeuge werden mit Biogas betrieben und das ist der große Unterschied: Biogas wird aus landwirtschaftlichen Abfällen gewonnen und ist somit regenerativ langfristig verfügbar. Anwohnern in Augsburg gefällt besonders, dass die Biogas-Busse sehr leise und geruchsneutral unterwegs sind. Die Stadt Augsburg ist mit dem Projekt ein wichtiger Vorreiter in Sachen Energiewende im Mobilitätssektor.

Dr. Norbert Azuma-Dicke

Leiter Public Affairs
Tel.: 030 4606015-70

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