Am 15. März ist CO2-Tag: Deutschland am Limit

Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern. Extreme Wetterereignisse, schmelzende Polkappen und ein steigender Meeresspiegel – das sind einige der möglichen Folgen der globalen Erderwärmung, die große ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich bringen werden. Auch der Mensch trägt zum CO2-Ausstoß bei, zum Beispiel in der Industrie, in der Energieerzeugung und im Verkehr.

Ende 2015 haben daher 197 Staaten – darunter Deutschland – mit dem Pariser Klimaabkommen zugesagt, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Damit dieses ehrgeizige Ziel auch erreicht wird, dürfen weltweit nicht mehr als 890 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen – das ist das globale CO2-Budget.

Wenn Deutschland seinen fairen Beitrag zu Erreichung dieses Ziels leisten möchte, dürfen hierzulande bis zum Jahr 2050 theoretisch jährlich nicht mehr als 275 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Da seit 2015 jedoch deutlich mehr Emissionen freigesetzt wurden, verringert sich dieses Budget Jahr für Jahr. Für 2020 heißt das: Wir haben ein CO2-Budget von 177 Millionen Tonnen. Bleibt der CO2-Ausst0ß auf einem ähnlichen Niveau wie 2019, dürften wir ab dem 15. März 2020 bis zum Ende des Jahres eigentlich gar kein CO2 mehr verbrauchen.

Doch was nun? Kraftwerke herunterfahren, das Auto stehen lassen und die Heizung ausschalten? – Das muss nicht sein. Warum greifen wir nicht zu Lösungen, die die CO2-Emissionen schon heute schnell, effektiv und sozialverträglich senken? Die notwendigen Technologien dafür stehen bereit.

Zur Pressemitteilung

CO2-Emissionen senken – jetzt handeln!

Um unsere Klimaziele zu erreichen, ist es wichtig, dass wir jetzt handeln. Denn die Zeit läuft ab: Statt eine Klimaschutzstrategie zu verfolgen, die erst in ferner Zukunft die gewünschten Ergebnisse liefert, sollten wir auf Maßnahmen zurückgreifen, die die CO2-Emissionen bereits heute effektiv senken können. Denn jede eingesparte Tonne CO2 zählt. Was wir heute einsparen können, kommt uns auch morgen noch zugute.

Deshalb brauchen wir dringend verbesserte Rahmenbedingungen, die einen fairen und freien Wettbewerb verschiedener Technologien ermöglichen. Nur so kann höchster Klimaschutz zum kleinsten Preis gewährleistet werden. Denn wenn alle Technologien im Markt gegeneinander antreten, werden sich Lösungen durchsetzen, die den höchsten Klimaschutz pro eingesetztem Euro bieten. 

CO2-neutrale Energieversorgung dank Biogas und synthetischem Gas

Erneuerbare Energien sind für ein klimafreundliches Energiesystem der Zukunft von zentraler Bedeutung. Doch was, wenn die Sonne nicht scheint und die Windräder stillstehen? Dann können effiziente, hochflexible Gas-Kraftwerke einspringen und zuverlässig die benötigte Energie liefern. Im Vergleich zu Braunkohlekraftwerken erzeugen sie dreimal mehr Energie pro emittierter Tonne CO2 und damit bis zu 70 Prozent weniger CO2-Emissionen.

Doch nicht nur im Energiesektor bietet Erdgas emissionsarme Lösungen, die durch eine bestehende Infrastruktur sofort einsatzbereit sind. Auch im Verkehrs- und Gebäudesektor können durch Erdgas-Technologien sofort große Klimaerfolge erzielt werden. So lässt sich mit Erdgas im Tank der CO2-Ausstoß um bis zu 25 Prozent gegenüber Benzin senken, mit reinem Biogas fährt man sogar nahezu CO2-frei und damit klimaneutral – die städtischen Busflotten in Oldenburg, Gießen und Augsburg machen es vor. 60 TWh Biogas werden bereits produziert, mit denen theoretisch 8,8 Millionen Pkw betrieben werdne können.

Auch im Gebäudebereich kann jeder seinen Teil zur CO2-Einsparung beitragen. Das Potenzial schlummert hier im Heizungskeller. So würde in deutschen Wohnhäusern ein Austausch aller veralteten Heizsysteme gegen effiziente Gas-Heizungen jährlich mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Gas eignet sich aber nicht nur für eine kurzfristige Reduzierung der CO2-Emissionen. Auch auf lange Sicht bietet es Lösungen für eine klimafreundliche Energiezukunft. So können grüne Gase wie Biogas, dekarbonisiertes Gas und synthetisch erzeugtes Gas, das konventionelle Erdgas sukzessive ersetzen. Damit wird Gas langfristig immer grüner.

Wie berechnet sich das CO2-Budget?

Das Pariser Klimaabkommen gibt das Klimaziel vor: Die Erderwärmung soll auf unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Aber wie viel CO2 darf in die Atmosphäre gelangen, damit die Erderwärmung diese Marke nicht übersteigt?

CO2-Budget 2015 - 2050

Nach einer Studie des WWF, die sich auf Berechnungen des Weltklimarats (IPCC) stützt, dürfen bis 2050 weltweit nur noch 890 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen. Dann hat die Welt eine realistische Chance, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Ausgehend von diesem globalen CO2-Budget lassen sich durch einen Pro-Kopf-Schlüssel nationale CO2-Budgets ableiten, die auf die Jahre bis 2050 aufgeteilt werden. Für Deutschland bedeutet das: Von 2015 bis 2050 dürfen 9,9 Mrd. Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Unter Berücksichtigung der bereits emittierten Mengen CO2 in den Jahren 2015 bis 2019 beträgt das deutsche CO2-Budget für das Jahr 2020 somit 177 Millionen Tonnen CO2.